„S“ wie Superlative: Mercedes, echt oberklasse!
Die S-Klasse der Baureihe W126 setzt Maßstäbe im Automobilbau
818.036 gebaute Exemplare in 12 Jahren: Mit dieser hohen Auflage und einem ungewöhnlich langen Produktionszyklus avanciert der Mercedes-Benz W126 zum Rekordhalter in der automobilen Oberklasse. Nur die Anerkennung als „Oldtimer“ will der Erfolg gewohnten S-Klasse nicht so recht gelingen. Denn aufgrund seiner modernen Stilistik und des umfangreichen Elektronikpakets mögen viele dem Mercedes den Klassik-Status nicht zubilligen. Dabei haben die ersten Baujahre der Modellreihe W126 bereits über 30 Jahre auf dem Blechbuckel und somit die Berechtigung für ein H-Kennzeichen erworben. Ingolf Bogus indes weiß ganz genau, was er an seinem Mercedes-Benz 420SE hat - nämlich einen Meilenstein, der seinesgleichen im Automobilbau sucht.
GALERIE: „S“ WIE SUPERLATIVE: MERCEDES, ECHT OBERKLASSE!
Baujahr 1986 und dennoch wie neu: der Mercedes-Benz 420SE
Den in Astralsilber lackierten W126 erwarb Ingolf Bogus vor knapp drei Jahren von einem älteren Verwandten. „Ich kenne den Wagen und seine komplette Historie von der Erstzulassung bis zum heutigen Tag“, berichtet der Mercedes-Fan, der mit dem Erwerb des 420SE auch in den Besitz von Originalrechnung, originaler Fahrzeugkarte und sämtlichen Belegen über Wartung und Reparaturen seit der Erstzulassung kam.
Der Mercedes bleibt in der Familie
„Damals hatte mein Verwandter die S-Klasse nach Beendigung seines Erwerbslebens angeschafft“, berichtet der Diplom-Ingenieur. Tja, tja, das sogenannte „letzte Auto“ eben. Infolge der unterdes stark nachlassenden Fahrtüchtigkeit und der Sehkraft des Ruheständlers diente der W126 schließlich nur noch für die wöchentlichen Einkäufe im Wohnort und zum Wochenendausflug an den Ortsrand. „Aufgrund des eingeschränkten Gebrauchs wurde der Mercedes ausschließlich in der Zeit von Frühjahr bis Herbst eines Jahres genutzt – und das auch nur bei guter Witterung. Daher hat der Benz weder Winter noch Salz gesehen.“
Nach gerade mal 40.000 gefahrenen Kilometern sollte der Mercedes abgegeben werden, aber dennoch im Kreise der Familie bleiben. Ingolf Bogus erinnert sich augenzwinkernd: „Als ich den W126 in Augenschein nahm, waren sogar noch die allerersten Reifen drauf. Diese waren - wie das Reserverad - 22 Jahre alt und nach Einschätzung meines Verwandten nach wie vor tadellos.“ Gleiches gilt übrigens für den Erste-Hilfe-Kasten. Der zählte ebenfalls zur Erstausstattung und war natürlich vollständig...
Rückblende in die Zukunft: 1979 begründet der W126 die automobile Moderne
Als Mercedes-Benz die Baureihe W126 im Jahr 1979 einführte, bedeutet dies nichts weniger als eine Zeitenwende im Automobilbau. Denn in punkto Design, passiver Sicherheit, elektronischem Komfort und Umwelttechnologie wies die S-Klasse völlig neue Wege.
Die Modellpalette der Baureihe 126 umfasste zunächst sieben Typen mit unterschiedlicher Motorisierung. Die Verwendung von gewichtsreduzierenden Materialien und der geringe Luftwiderstand der im Windkanal optimierten Karosserie verhalfen der neuen S-Klasse zu einem gegenüber den Vorgängermodellen um 10 % reduzierten Kraftstoffverbrauch.
Überarbeitete Achtzylinder für den neuen W126
Die beiden Achtzylinder-Motoren der Vorgängerbaureihe wurden durch zwei überarbeitete Aggregate mit vergrößertem Hubraum und Leichtmetall-Kurbelgehäuse ersetzt. Durch ihre höhere Leistung bei geringerem Gewicht ermöglichten die neuen V8-Motoren verbesserte Fahrleistungen bei sparsamerem Benzinverbrauch.
Das Fahrwerk der Mercedes S-Klasse
Das Fahrwerk verfügt über eine Doppelquerlenker-Vorderachse sowie eine Schräglenker-Hinterachse. An den Vorderrädern ist der W126 mit Faustsattel-Scheibenbremsen ausgerüstet, welche die Verwendung größerer Bremsscheiben gestatten und den Bremszylinder auf der besser gekühlten Radinnenseite haben.
Die fortschrittliche Stilistik des W126
An Front und Heck prangen markante Schürzen aus Kunststoff, die weit zum Boden herunter reichen. Erstmalig im Großserienbau fungieren die Schürzen als ein maßgeblicher Bestandteil der Formsprache. Designer Bruno Sacco schmückte sogar die Flanken mit den charakteristischen Schutzleisten.
Überdies hatten die Konstrukteure die Karosserie nach den neuesten Erkenntnissen der Sicherheitsforschung konzipiert. Somit waren die W126-Limousinen die weltweit ersten Serienfahrzeuge, die das Kriterium des asymmetrischen Frontalaufpralls erfüllten.
Gleiche Designmerkmale für alle Modelle der W126-Baureihe
Äußerlich gibt es keine signifikanten Ausstattungsdetails, an denen die einzelnen Modelle voneinander unterschieden werden könnten. Features wie Scheinwerferwischanlage und Leichtmetallfelgen waren für alle Modelle optional erhältlich. Bei Fahrzeugen der zweiten Serie waren die Leichtmetallfelgen für Coupés und den 560er Limousinen sogar serienmäßig.
Technologische Highlights des Mercedes-Benz
Ab 1981 bot Mercedes für den W126 optional einen Airbag an. Damit war Mercedes-Benz weltweit Vorreiter in Sachen passiver Sicherheit im Serienautobau. Ab dem Modelljahr 1988 konnte die S-Klasse zudem mit einem Beifahrerairbag geordert werden.
1987 führte Mercedes-Benz die Antriebsschlupfregelung (ASR) ein. Sie war als erste elektronisch gesteuerte Anfahrhilfe zunächst lediglich für die V8-Modelle lieferbar. Derweil wurden die Sechszylindervarianten zunächst mit einem elektrohydraulischen Sperrdifferential namens ASD und zum Modelljahr 1990 ebenfalls mit einem vollwertigen ASR ausgestattet.
INFOS ZUM ARTIKEL
Kommentare: 2
Aktualisiert: Donnerstag, 10. März 2011
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Mercedes-Fans.de » Redaktion aus Essen (41)
da können auch wir nur ehrfurchtsvoll staunen: Tolles Auto!
mb4life » Max aus Sandhausen (19)
Wenn der 420er weiterhin so ein schönes Leben hat, is er bei Erteilung des H-Kennzeichens gerade eingefahren ;-)
Allzeit gute Fahrt!