Einsteigen in die Mercedes Zukunft: F800 Style

Mercedes-Fans.de fuhr mit dem aktuellen Mercedes Forschungsfahrzeug

Einsteigen in die Mercedes Zukunft:  F800 Style : Mercedes-Fans.de fuhr mit dem aktuellen Mercedes Forschungsfahrzeug
Erstellt am 24. November 2010

Das im Frühjahr 2010 vorgestellte Forschungsfahrzeug 800 Style ist ein Schaufenster in die Zukunft des Premiumautomobils. Wie mit allen Forschungsfahrzeugen, die der Erfinder des Automobils seit Anfang der Achtziger Jahre auflegte - inzwischen sind es 13 an der Zahl - bezweckt Mercedes-Benz auch mit seinem neuesten Innovationsträger nichts weniger, als die Duftmarken des technologischen Fortschritts zu setzen - ganz im Sinne der Mercedes Markenphilosophie. "Das Beste oder nichts." Wie viel Gutes und Neues und Zukunftsweisendes in dem F800 Style steckt, davon konnten sich Mercedes-Fans.de bei einer ausgiebigen Mitfahrt selbst überzeugen.

Bei der Entwicklung der Mercedes Forschungsfahrzeuge ist seit jeher Weitblick gefragt und gewünscht gewesen. Und so darf man in Stuttgart bei den Konzeptionen der Versuchsanordnungen auf Rädern Visionen wahrmachen und kühne Träume ausleben. Das 'Da und Dann' wird realisiert. Dass man darüber das 'Hier und Jetzt' sprich das Machbare nie aus den Augen verlor, spricht für das hohe Maß einer an die Realität gekoppelten Kreativität der Konstrukteure mit dem Stern auf dem Kittel. Sich der Zukunft zuzuwenden ohne dabei die Bodenhaftung zu verlieren, ist ein Kunststück, dass man bei Mercedes seit drei Jahrzehnten beherrscht. Die Negativbeispiele kennt man auch - es sind die utopisch anmutenden Concept Cars anderer Autohersteller, die geradezu fantastisch anmuten - und deswegen auch nie gebaut werden. Beim F800 Style dagegen wirkt vieles echt und real. Bei diesem Mercedes kann man sich leicht vorstellen, dass er weitgehend so, wie er ist, auch in Produktion gehen könnte.

Vorgucker in die Zukunft von Mercedes

Die Form des F800 Style nennt man Design. Die technische Feinarbeit bei den Bedienelementen und Fahrassistenten sind Zukunft. Seine Antriebskonzepte Plug-in-Hybrid oder Brennstoffzellen-Elektroantrieb sind umweltversöhnliche bis umweltfreundliche Innovationen da lokal emmisionsfrei. Darf man sich auf den Mercedes von morgen also schon heute freuen. Mercedes-Fans.de bekam Gelegenheit, den Mercedes F800 Style ganz persönlich zu erfahren, ihn in Aktion zu erleben und eine große Portion F800 Style Interieurduft zu schnuppern.

Mercedes von morgen

Auf den ersten Blick und oberflächlich betrachtet sieht der F800 gar nicht wie einer von ganz weit weg aus. So nahbar und gegenwärtig wirkt sein Erscheinungsbild. Die niveauvolle Linienführung ist typisch Mercedes, wobei das Hauptaugenmerk der Designers eindeutig auf dem Aspekt lag, das Mercedes Thema „kultivierte Sportlichkeit" zu visualisieren.

Kurz: Das Mercedes Forschungsfahrzeug ist gefällig, dezent dynamisch gestylt und besticht durch seine souveräne wie niveauvolle Präsenz.

Wenn man die Maße des F800 Style mit 4,75 m Länge und 1,94 m Breite liest, hört sich das nun nicht zwangsläufig nach Oberklasse an. Indes ist der F800 nur bei den Zentimetern etwas zu kurz gekommen. Seine inneren Werte sind allesamt auf dem Niveau, das man von Mercedes-Benz als führende Premiummarke erwartet. Doch dazu später mehr. Der Verdacht, dass es dem Forschungsfahrzeug an Größe mangeln würde, wird nach einer ersten Sitzprobe sogleich komplett entkräftet. Platzangst oder einen verschärften Gedrängefaktor wird es in der Mercedes Oberklasse auch in Zukunft noch nicht einmal im Ansatz geben.

Interieur erster Klasse

Auch wenn die Maße des Wagens etwas anderes vermuten lassen, so ist der Innenraum des F800 alles andere als mittelmäßig, sondern einfach nur Oberklasse. Großartig mutet das Interieur des Mercedes an - und großartig sind auch die Platzverhältnisse. Der Fahrgastraum des F800 Style stellt für Insassen ein ausgezeichnetes Wohnumfeld dar, das Kopf und Gliedmaßen alle Freiheiten lässt. Schon der Willkommensgruß des F800 Style beim Empfang der Fahrgäste ist über die Maßen freundlich. Da der F800 ohne B-Säule auskommt, ist der gesamte Raum zwischen A- und C-Säule bei geöffneten Türen frei zugänglich. Dass der Mercedes vorn über weit öffnende, konventionell an der A-Säule angeschlagene Türen und hinten über zwei Schwenkschiebetüren verfügt, beschert Menschen aller Größen und Gewichtsklassen einen hohen Einstiegskomfort. Wenn sich dann noch de Rücksitze um 45° in Richtung der sich öffnenden Türen drehen würden...

Außen hui - innen auch

Bei der Gestaltung des farblich mit Beige- und Grautönen sehr geschmackvoll gelungenen Innenraums des F800 Style schlug die Stunde der Innenarchitekten. Dem sensitiven Empfinden der Insassen wird mit viel Licht und edlen Holzmaterialien in edler wie futuristischer 3D-Anmutung geschmeichelt. Im Innenraum des F800 geht bei Dunkelheit übrigens nicht einfach nur mal eben so das Licht an. Die Illuminationen mit den beleuchteten Flächen sind so ausgetüftelt, so fein gedämpft und platziert, dass sie jeder Lichttherapie zur Ehre gereichen würden.

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F800 Style - auf Zukunft eingerichtet

Und wie sind die inneren Werte des F800 auf die Zukunft vorbereitet? Auch morgen wird man es in einem Mercedes aushalten - sollten die vorzüglich konturierten Sitze, die mit einem robusten und interessant gemusterten Netzgwebe bespannt sind, einmal zu realen Platzhalter werden. Das Gestühl ist so fein gearbeitet, dass es fast zerbrechlich anmutet. Dabei besteht es aus hochfestem Material, dessen Leichtigkeit des Seins von einer Magnesiumschale für den Untersitz und Kohlefaserlaminat für die Rückenlehne herrührt.

Der F800 Style geht seinen Weg - wenn es sein muss auch alleine

Auch in der Mercedes Oberklasse von morgen gibt es noch ein Lenkrad. Im F800 hat es freilich eine eigenwillige ovale Form, welche eindeutig aus der Zukunft grüßen lässt. Indes liegt es gut in der Hand. Man fasst es gerne an - und das ist auch gut so, weil der Pilot von Zeit zu Zeit auch mal selber steuern muss - wenn er denn die Lenkung des Wagens nicht länger dem Fahrassistenten DISTRONIC PLUS überlassen möchte bzw. darf. DISTRONIC PLUS ist so etwas wie ein Autopilot. Und im F800 funktioniert er prima. Er regelt den Abstand zum Vordermann. Er korrigiert aber nicht nur die Geschwindigkeit, er kann das Fahrzeug auch stoppen. Theoretisch und praktisch muss der Fahrer gar nicht mehr eingreifen

In der Funktion "Staufolgefahren" übernimmt DISTRONIC PLUS bis zu einer Geschwindigkeit von ca. 40 km/h sowohl die Längs- als auch die Querführung. Gleichwohl ist man als Fahrer gut beraten, die Hände am Lenkrad belassen. Bei Geschwindigkeiten über 40 km/h wird der Staufolgeassistent nämlich sanft abgeschaltet, indem das spurhaltende Lenkmoment sukzessive verringert wird. Der Fahrer kann die Assistenzfunktion übrigens jederzeit durch eine Lenkbewegung abschalten. Die Übernahme der Regentschaft über das Fahrzeuge geschieht fließend, ohne dass ein Rucken oder Zucken spürbar wäre.

Fingerzeig genügt: Die Bedienelemente des F800 Style

Wie gewohnt befindet sich hinter dem Volant eine Cockpit-Einheit. Sie besteht aus einem Monitor mit blauen Leuchteinheiten, welcher die wichtigsten Daten und Informationen auf moderne Weise darstellt; gleichwohl werden die klassischen Uhren auch hier als Rundinstrumente abgebildet. Die revolutionäre Neuerung in der Bedienung des Forschungsfahrzeug ist in Form eines zweiten Bildschirms oberhalb der schwungvoll gestylten Mittelkonsole untergebracht. "Cam-Touch-Pad HMI" nennt Mercedes diese Innovation, bei der es sich um einen kinderleicht zu bedienenden Zauberkasten handelt.

Das Das Cam-Touch-Pad HMI kann alles - nur nicht Kaffeekochen. Im Ernst: Die Bedieneinheit besteht aus einem Touchpad in der Mittelkonsole und einer Kamera, die Videobilder von der Hand des Benutzers am Touchpad aufnimmt. Im Livebild wird die Hand transparent im zentralen Display über der Mittelkonsole dargestellt: Der Benutzer sieht die Konturen seiner Finger über das Bild gleiten, ohne dass dabei etwas verdeckt wird. Alle Funktionen des aktuellen Menüs bleiben sichtbar und können durch leichten Druck auf das Touchpad bedient werden. Es erkennt Fingeraktionen auf der Bedienoberfläche wie Wischen, Schieben, Drehen und Zoomen. Per Fingerzeig lassen sich Funktionseinheiten wie Klima, Telefon, Audio- und Navigationssystem sowie des Internet steuern. In diesem Zusammenhang dürfte es wohl jede Hausfrau interessieren, wie Mercedes es schaffte, dass die Monitoroberfläche trotz Hautkontakt frei von Fingerabdrücken bleibt. Es ist eines der kleinen Wunder, die der F800 Style möglich macht.

F800 Style unter Strom

In dem F800 Testwagen, mit dem Mercedes-Fans.de unterwegs war, sorgte die Kombination von 3,5-Liter V6 mit 300 PS und einem Elektromotor mit 109 PS für die Bewegung. Der Elektromotor des Forschungswagens ist übrigens unter der Rückbank platziert - so bleibt mehr Platz im Kofferraum. Die Lithium-Ionen-Batterie der Hybrideinheit lässt sich an Ladestationen oder ganz unkompliziert an jeder Haushaltssteckdose (deswegen spricht man in diesem Zusammenhang auch von Plug-in-Hybrid) aufladen. Das Besondere an dieser Antriebskonzeption ist, dass der F800 Style dank des leistungsstarken Hybridmoduls zum einen in der Stadt und zum anderen auch bis Tempo 120 km/h rein elektrisch und somit lokal emissionsfrei gefahren werden kann.

Mercedes Mission possible: lokal emissionsfreie Mobilität

30 Kilometer weit soll der F800 Style allein mit der Kraft des Stroms fließen können – diese Vorgabe haben ihm die Konstrukteure ins Lastenbuch geschrieben. Das reicht für die Stadt. Faktisch schafft das Forschungsfahrzeug bei gemächlicher Fahrweise sogar etwas mehr. Geht dem Mercedes der Saft aus, schaltet sich der Benzinmotor automatisch zu. Der V6 greift ebenfalls in das Geschehen ein, sobald eine Geschwindigkeit über 120 km/h bzw. eine bestimmte Position des Gaspedals erreicht wird. Den Moment, in dem der der 3,5 Liter Motor die treibende Kraft vermehrt, spürt man sofort, obgleich dieser Vorgang alles andere als ruppig verläuft. Wenn der Benziner die Arbeit im F800 Style aufnimmt, meldet er sich hörbar zu Wort – aber nicht weil er unkultiviert laut wäre. Nein, er macht lediglich der fast totalen Stille des Elektroantriebs ein Ende.

The Sound of Silence

Läuft der Mercedes F800 im Strommodus, kann man nur die Stille angereichert von den leisen Abrollgeräuschen des Wagens hören. An diese Ruhe muss man sich erst einmal gewöhnen - vor allem wenn der Tacho 120 km/h zeigt. Für die Unterhaltung unter den Fahrgästen, den ungetrübten Musikgenuss oder ein ungestörtes Telefonat mag das förderlich sein. Und trotzdem: So faszinierend es ist, dem Klang der Stille zu lauschen, so irritierend wirkt es auch auf denjenigen, welcher Mobilität bislang ausschließlich auf geräuschvolle Weise erfahren hat und den kernigen Motorsound mag. Dieser Effekt ist freilich auch in den Entwicklungsabteilungen der Autohersteller längst bekannt. Sounddesign heißt eine der zukünftigen Aufgabenstellungen in Sachen E-Mobilität. Wobei es nicht nur darum geht, für das subjektive Empfinden ein angenehmes akustisches Signal, das für Fahrzeuge mit Stern-Emblem zudem erkennbar typisch Mercedes sein muss, zu kreieren, sondern auch für Außenstehende einen deutlich wahrnehmbaren Ton mit Signalwirkung zu komponieren. Nicht zuletzt sind Motorengeräusche für andere Verkehrsteilnehmer wichtige Orientierungshilfen, weil man - salopp gesagt - jemanden kommen hören kann, lange bevor man ihn sieht. Indes dürfen wir gewiss sein, dass bei Mercedes-Benz, dem Erfinder des Automobils und der führenden Premium Automarke mit vorbildlichen Innoviationsleistungen für mehr Verkehrssicherheit, just in diesem Moment an diesem Thema fleißig gearbeitet wird.



Text: Mathias Ebeling

Fotos: Daimler AG

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2 Kommentare

  • TA004

    TA004

    p.s. Kann mir einer das Reifenprofil erklären? Sieht ganz nach Geckohaut aus :)
  • TA004

    TA004

    Ein wirklich unglaubliches Concept Car. Das Design ist wirklich der Wahnsinn. Eine tolle Symbiose aus traditionellen markentypischen und erfrischenden modernen Akzenten!!! ...hinzukommend diese Detailverliebte Umsetzung. Es gibt wirklich kein einziges Bauteil was einem aus anderen Modellen bekannt vorkommt! Eine wirklich konsequente Neuüberarbeitung bis in kleinste Detail. Ich hoffe, dass dieses Konzept sich auch in anderen Modellen widerspiegelt und teilweise übernommen wird!!! In diesem Zusammenhang freue ich mich auf die kommende S-Klasse....

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