Die Daimler Elektro-Luxusstrategie führt nicht ins Niemandsland

Der Mercedes-Luxus-EQXX-Stromer ist noch Zukunftsmusik, aber sein Rivale ist schon serienreif

Die Daimler Elektro-Luxusstrategie führt nicht ins Niemandsland: Der Mercedes-Luxus-EQXX-Stromer ist noch Zukunftsmusik, aber sein Rivale ist schon serienreif
Erstellt am 9. Oktober 2020

Mercedes-Benz hat mit seinem Strategie-Update die Elektrifizierung seiner Fahrzeuge als alternativlos erklärt. Zur Devise „Electric first“ gesellt sich eine Luxus-Ausrichtung der Mercedes Elektromobilität: 1.200 km Reichweite als Ziel Vision EQXX: Der Stern will mehr Reichweite durch optimierter Effizienz Zur Electric First-Strategie des Sterns gibt es einen definierten Meilenstein. Auf dem steht, dass die Hälfte der Mercedes-Benz-Neuwagenflotte bis zum Jahr 203 Produkte sowie der formulierte Anspruch der Technologieführerschaft bei Batterie, Antrieb und Betriebssystem. EQXX mit 1200 km Reichweite ist die Stuttgarter Vision, die dem vollelektrischen Stern Glanz und Weltmarktgeltung verleihen soll. Neuland für den Stern. Doch es ist kein unbestelltes Feld, wo sich der Stern hinbegeben und sein Glück machen will. Während aber die Hyper-Dimensionen von verstromten Mercedes-Luxus-Pkw derzeit noch Zukunftsmusik ist, ist der Rivale für einen kommenden EQXX bzw. für den 2021 in Serie gehenden Mercedes EQS schon gebaut. Er heißt Lucid Air und ist von dem ehemaligen Tesla-Chefingenieur Peter Rawlinson entwickelt worden. Übrigens: Rawlinson hat nach eigenem Bekunden Tesla als Konkurrenten gar nicht im Blick. Er sieht sich, wie er sagt, als Rivalen der Mercedes-Oberklasse im Allgemeinen und Mercedes EQS im Besonderen.

In deutschen Gazetten wird der Lucid Air oft als Herusforderer von Tesla bezeichnet. Das ist er freilich nicht und er will es offenbar auch nicht sein. In Interviews wird Peter Rawlinson als Ex-Tesla-Chefingenieur und heutiger Leiter von Lucid-Motors, oft nach einem möglichen Konkurrenzdenken mit Blick auf seinen früheren Arbeitgeber Tesla befragt. Die Antwort darauf ist stets dieselbe: Er sehe den Lucid Air überhaupt nicht als Rivalen für das Model S von Tesla, sondern als Herausforderer für die Mercedes S-Klasse und den Mercedes EQS sowie dessen elektrische Ableger.

Erklärter Rivale von EQS und Mercedes S-Klasse

Der Lucid Air bewegt sich je nach Ausführung in einer Preisrange von 80.000 USD bis 169.000 USD. Die teuerste Variante, Dream Editon, ist nicht nur preislich dem Tesla Model S enteilt. Der Lucid Air, der sich nebenbei bemerkt nicht als Massenprodukt wie die Tesla-Modelle, sondern eher als Manufakturerzeugnis versteht, ist den Tesla-Modellen auch technisch weit voraus: Die Motorleistung des Air variiert von 629 PS bis 1095 PS. 832 Kilometer beträgt derzeit die maximal erzielbare Reichweite beim Lucid Air. More to come, heißt es bei dem im Jahr 2007 gegründeten Unternehmen, das in Newark, Kalifornien ansässig ist. Die Fahrleistungen des Air werden wie folgt angegeben: 0-96 km/h in 2,5 Sekunden. Höchstgeschwindigkeit: 270 km/h. Die schnittig gestylte viertürige Limousine Lucid Air (cW-Wert 0.21) ist nicht nur stark und flinkt, sie lädt auch dank 900 Volt-System, das eine Ladeleistung von 300 kW ermöglicht, sehr schnell. Binnen zwanzig Minuten lasse sich in die Batterie Strom für eine Reichweite von 483 Kilomter pumpen, teilt der Hersteller mit. Wäre wohl gut, wenn der EQS da mithalten könnte. Der Lucid Air startet 2021 in den USA. Ein Jahr später soll er auch nach Europa und nach Deutschland kommen. (Bilder: Lucid Motors)

Bildergalerie: Lucid Air 29 Bilder Fotostrecke | Lucid Air: #01 #02

Autor: Mathias Ebeling

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