Fahrbericht: Mercedes Maybach GLS 600 4MATIC

Glanz und Gloria auf Rädern

Fahrbericht: Mercedes Maybach GLS 600 4MATIC: Glanz und Gloria auf Rädern
Erstellt am 12. Dezember 2020

Endlich hat auch Maybach seinen ersten SUV. Nachdem die einstige Edelmarke zur Ausstattungsvariante der S-Klasse wurde, gibt es nunmehr auch den mächtigen GLS als imageträchtige Prunkversion. Man kann dem Maybach GLS nicht unterstellen, dass er sich optisch zurückhalten würde. Im Unterschied zum normalen GLS gibt es üppigsten Chromzierrat an Front, Heck und Flanke, sowie spezifische Räder und einen Kühlergrill mit Vertikalstreben, der einem Angst machen kann. Erstmals thront auf einem Geländewagen der Schwaben der Stern als erhabene Kühlerfigur, die ihr Antlitz selbstbewusst in den Fahrtwind reckt. Klein und fast dezent darunter der Maybach-Schriftzug. Anders als man es von den Maybach-S-Klasse kennt, wird der Hochsitz-Maybach als Topversion nicht von einem standesgemäßen V12-Turbotriebwerk beflügelt. Unter der Haube gibt es einen vier Liter großen V8-Doppelturbo mit 410 kW / 557 PS und einem maximalen Drehmoment von 730 Nm.


Das ist Leistung satt, jedoch ein nennenswertes Imageminus zu den Hauptwettbewerbern Rolls-Royce Cullinan und Bentley Bentayga, die ihren erlauchten Kunden das königliche Zylinderdutzend nebst entsprechenden Leistungsausbrüchen liefern. Überraschend zudem, dass der 5,21 Meter lange Maybach GLS mit seinen 557 PS sogar deutlich hinter der Version des AMG GLS 63 mit seinen 612 PS und 850 Nm zurückbleibt. Fragt man nach der Möglichkeit eines späteren V12 im Maybach-GLS, schüttelt man im Hause Daimler nur dezent den Kopf. Das gilt auch für einen Plug-In-Hybriden und so bleibt der Normverbrauch von 12,0 Litern SuperPlus auf 100 Kilometern üppig.

Der Achtzylinder selbst ist ein ein alter Bekannter aus dem Konzernregal. Er ist kraftvoll, arbeitet im Maybach GLS dezent zurückhaltend und beschleunigt nicht zuletzt Dank seines verbauten Startergenerators (zusätzliche 16 kW / 22 PS / 250 Nm) mit 48-Volt-Bordnetz jederzeit spielerisch. Aus dem Stand geht es in knapp unter fünf Sekunden auf Tempo 100 und bei 250 km/h wird abgeriegelt. Dabei merkt man dem 2,8-Tonnen-Koloss jedoch bei ambitionierter Gangart an, dass der doppelt aufgeladene Achtzylinder nur über einen Brennraum von vier Litern verfügt. Verglichen mit dem gigantischen Cullinan und dem etwas sportlicheren Bentayga ist die Minderzahl von Brennkammern und Hubraum deutlich zu spüren. So sahnig, so bullig und so souverän ist der Maybach GLS dann eben nicht und das Leergewicht ist mit nahezu 2,8 Tonnen eben gewaltiger denn je. Das spürt man auch hinter dem Steuer nicht nur im flotten Galopp, sondern speziell auf der kurvenreichen Landstraße – trotz Allradantrieb und einer dezent im Hintergrund werkelnden Neungang-Automatik.

Beeindruckend ist jedoch das Fahrwerk, das mit allem ausgestattet ist, was die Sternenkrieger derzeit im Angebot haben. Luftfederung, Wankausgleich und eine entsprechend verstellbare Dämpfung sorgen für besten Reisekomfort. Für Kunden, die nicht vorne links sitzen, sondern sich hinten rechts chauffieren lassen, gibt es unter den Fahrprogrammen einen speziellen Maybach-Modus, der noch mehr Sänftengefühl in den Fond bringt. Die Wank- und Nickbewegungen sind dann deutlich stärker spürbar, jedoch bügelt die Luftfeder über nahezu alles weg, was sich so auf der Fahrbahn und den bis zu 23 Zoll großen Rädern befindet. Die so genannten Curve-Funktion mit einem Gegendruck zu den in Kurven auftretenden Fliehkräften bleibt Geschmacksache und lässt sich glücklicherweise ein- oder ausschalten.

Wenn etwas im mindestens 156.078 Euro teuren Maybach GLS 600 eine echte Schau ist, dann sind es die elektrisch ausfahrbaren Trittbretter, den diese sind protzig, imposant und gefühlt so gigantisch wie ein Surfbrett. Problemlos können so alle vier Gäste über die Kletterstiege in den komplett belederten Innenraum schlüpfen, der speziell im Volant jedoch im Vergleich zur neuen Mercedes S-Klasse mit ihrem zentralen Großbildschirm abfällt. Der GLS ist eben doch nur ein verlängerten Mercedes GLE und der Maybach ist dessen schicker Luxusableger. Komplett überspielen können das auch das Maybach-Signets innen und außen nicht. Während die erste Reihe nahezu identisch mit dem Mercedes GLS ist, wurde der Fond mit der optionalen Einzelsitzanlage (4.350 Euro Aufpreis) komplett neu erschaffen. Die beiden elektrisch verstellbaren und klimatisierten Lümmelsessel setzen in Sachen Reisekomfort wahre Maßstäbe. Klapptisch und Touchdisplays kosten zusammen weitere 4.500 Euro. Die bis zu 1,10 Meter Beinfreiheit ist durch die leicht nach hinten versetzen Lederstühle und den Radstand von 3,14 Metern groß, aber nicht derart opulent, als wenn es eine Version mit verlängertem Radstand geben würde. Wie auch Rolls-Royce Cullinan oder Bentley Bentayga und im Unterschied zum Range Rover ist der GLS Maybach nur in einer Karosserielänge zu bekommen. Wird der Beifahrersitz nach vorne in die Chauffeurposition gefahren, vergrößert sich der Fußraum rechts auf bis zu 1,34 m Länge und die Wadenstütze hilft einem beim schnellen Sprung in den Schlaf.

Was im Unterschied zum Mercedes GLS entfällt, ist die dritte Sitzreihe. Stattdessen gibt es eben mehr Beinraum im Fond und eine spezielle Kofferraumabdeckung, die Lärm und kühle Temperauren des Ladeabteils aus dem Wohnraum der Insassen heraushalten soll. Der Laderaum selbst fasst 520 Liter. Neben den Sitzflächen werden auch die Mittelarmlehnen und die Türtafeln beheizt, um eine möglichst angenehme Atmosphäre im Innern des Luxus-SUV zu erschaffen. Das besonders edle Designo-Lederpaket kostet weitere 14.500 Euro Aufpreis. Ungewöhnlich in dieser 160.000-Euro-Liga: verschiedene Assistenzsysteme, Head-Up-Display, beheizte Waschdüsen oder eine Servoschließung der Türen kostet nochmals extra. Elektrisch verschatten lassen sich übrigens nicht nur die Fondfenster, sondern auch die Glasflanke weiter hinten. Was fehlt, ist ein elektrisches Rollo für die Heckklappe. So viel Detailliebe sollte es dann schon sein.

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Technische Daten: Mercedes-Maybach GLS 600

Motor: V8 mit doppelter Turboaufladung

Hubraum: 3.982 ccm

Leistung: 410 kW / 557 PS + Boost 16 kW / 22 PS

Max. Drehmoment: 730 Nm

Beschleunigung 0 – 100 km/h: 4,9 Sekunden

Getriebe: Neungangautomatik

Höchstgeschwindigkeit: 250 km/h

Normverbrauch: 12,0 Liter Super / 275 g CO2

Preis: 156.078 Euro

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  • Dr. H. Neuroth
    Dr. H. Neuroth sagt: „Wie kann ein renommiertes Autohaus, wie Mercedes es nun mal sein will, weiterhin reines Gewissens Fahrzeuge der E-Klasse ausliefern, wohl wissend, dass der gutgläubige Kunde bei einem Defekt an der Batterie WOCHENLANG auf sein gerade gekauftes und bezahltes Auto verzichten muss ??! Wieso werden potentielle Kunden von einem seriösen Autohersteller vor so einer bitteren Erfahrung nicht gewarnt.“ zu...
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  • Dr. H. Neuroth
    Dr. H. Neuroth sagt: „Neufahrzeug E 300 T seit Übernahme schon 7 Wochen nicht fahrbereit !!!“ zu...
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