Diesel und Umwelt: Renommierte Mediziner beklagen Verteufelung des Diesels als Panikmache

Lungenfacharzt: "in Deutschland ist noch kein Mensch durch Stickoxide gestorben!"

Diesel und Umwelt: Renommierte Mediziner beklagen Verteufelung des Diesels als Panikmache: Lungenfacharzt: "in Deutschland ist noch kein Mensch durch Stickoxide gestorben!"
Erstellt am 15. November 2018

Seit geraumer Zeit erregt die Diskussion um den Dieselmotor und seine Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit die Gemüter. Die schädlichen Abgase führen infolge der Klagewelle, mit welche die u.a. von Toyota finanzierte Deutsche Umwelthilfe(DUH) die Gerichte landauf landab beschäftigt, zu immer mehr Fahrverboten für ältere Diesel. Doch neuerdings melden sich immer mehr Mediziner zu Wort, welche die Verteufelung des Diesels und seiner vermeintlichen Gefährdung für Leib und Leben als Hexenjagd und Panikmache bezeichnen.

Plädoyer für eine Rückkehr zur Sachlichkeit

Darf man nur noch mit Todesverachtung Diesel fahren? Dazu lässt aktuell das Magazin "Stern TV" HIER keinen Ideologen, sondern (endlich mal) einen echten Fachmann zu Wort kommen auf dem Gebiet zu Wort kommen: Prof. Dr. Dieter Köhler ist Lungenfacharzt und ehemaliger Präsident des deutschen Pneumologen-Verbandes. Er zweifelt die viel zitierten Studien massiv an, die die Gefahren durch Stickoxide in den Städten belegen wollen.  Seiner fundierten Meinung nach, seien die EU-Grenzwerte für Stickstoffoxid und Feinstaub in keiner Weise gesundheitsgefährdend. Und dann bringt er es auf den Punkt: In Deutschland sei noch kein Mensch durch Stickoxide gestorben. Trotz Diesel. Mit dieser Meinung steht Prof. Dr. Köhler nicht alleine da. Prof. Martin Hetzel, Chefarzt einer Lungenfachklinik in Stuttgart pflichtet ihm bei: "Hier gab es keinen verstorbenen Patienten, bei dem man zu der Erkenntnis kommen würde, dass die hohe Stickstoffkonzentration mit hoher Wahrscheinlichkeit die Todesursache war", zitiert Stern TV den kundigen Lungenfacharzt.

Panikmache und Fake-News

Prof. Dr. Curt Diehm, Leitender Arzt der Kardiologie und Angiologie sowie Ärztlicher Direktor der renommierten Max Grundig Klinik im Schwarzwald, hält die Betonung der Gefahren, die der Diesel verursachen soll, ebenfalls für unvernatwortliche Panikmache:  "Aus medizinischer Sicht wird beim Diesel-Thema viel zu oft parteiisch argumentiert und am Ende ein Mythos kreiert, der dann über lange Zeit nicht mehr aus den Köpfen geht. Für mich grenzt die Verteufelung des Dieselmotors mit Hilfe medizinischer Argumente inzwischen schon beinahe an Fake News". Prof. Dr. Curt Diehm begründet diese Einschätzung anhand eines Vergleiches: Der Grenzwert für Feinstaub in Deutschland beträgt derzeit 40 mcg pro Kubikmeter. Ein Stuttgarter Bürger, der sein Leben lang ohne Ferien Tag und Nacht am Neckartor verbringen würde und deshalb diese Menge täglich einatmet, hätte nach 75 bis 80 Jahren rund 10 bis 12 Gramm Feinstaub in der Lunge. Ein Raucher, der eine Packung Zigaretten am Tag raucht und deshalb Superfeinstaub inhaliert, schafft diese Menge in zwei Wochen. Sofern ein Raucher vierzig Jahre lang eine Packung täglich raucht, wäre seine Feinstaubkonzentration in der Lunge mit einem immensen Faktor höher als die des Anwohners am Neckartor.

Im British Medical Journal wurde bereits 2004 publiziert, dass das Rauchen einer einzigen Zigarette so viel Feinstaub produziert wie ein damaliger Dieselmotor, der eineinhalb Stunden läuft. Mit anderen Worten: die Mengen an Feinstaub, die Menschen von Dieselabgasen aufnehmen, dürften über das Leben verteilt eine fast vernachlässigbare Größe sein.

Prof. Dr. Curt Diehm ergänzt: "Ich will Feinstaub im Grundsatz nicht verharmlosen, natürlich können Feinstäube ein Problem sein." So sind die Steinstaublungen bei Bergarbeitern etwa im Ruhrgebiet, die Quarz inhalieren, eine dramatische und reale Belastung. Wissenschaftlich gesichert erscheint auch, dass Staub, Aerosole, Ruß und Bremsabrieb ein Risikofaktor für Herz-, Hirn- und Blutgefäße darstellt. "Dicke Luft" schädigt also nicht nur die Lunge, sondern scheint auch ein Auslöser für Herzinfarkte und Schlaganfälle zu sein. Harvard-Mediziner aus Boston, die in einer Studie über 1700 Patienten in einem Zeitraum von 10 Jahren untersucht haben, bestätigen diese Vermutung.

Laut des Ärztlichen Direktors der Max Grundig Klinik lautet die Frage jedoch: "Ab welcher Dosis wirkt Feinstaub wirklich gefährdend auf Lunge, Herz und Gefäße?" Der Grenzwert in Deutschland von 40 mcg pro Kubikmeter sei dafür sehr niedrig. Für den Menschen schädliche Werte liegen ungleich höher. Das sehen renommierte Fachärzte für Lungenheilkunde, die sich grundsätzlich bei Grenzwertdiskussionen auf der sicheren Seite bewegen, auch so. Prof. Dr. Curt Diehm: "Man muss deshalb konstatieren, dass in der Diskussion um die Feinstaubverunreinigungen durch Dieselautos die Fakten ideologisiert werden und sich leider auch Wissenschaft und Forschung vor den Karren spannen lassen."

Woher kommt denn der Feinstaub?

Der Autoverkehr ist zudem nicht allein verantwortlich für den Schmutz in der Luft. Man geht heute davon aus, dass bei der Feinstaubbelastung in Städten rund die Hälfte von Autos stammt. Unter anderem auch durch den Abrieb der Bremsen, was kein dieselspezifisches Problem ist, und durch ein Fahrverbot für Dieselfahrzeuge nicht aus der Welt wäre. Der Rest kommt aus Holzkaminen, Feuerungsanlagen sowie von Stäuben aus Baustellen und anderen Quellen.

Wissenschaftler bezweifeln die DUH-Angaben!

Bei der gesundheitlichen Gefährdung durch Stickoxide sieht es ähnlich aus. Etwa wenn pseudo-wissenschaftlich behauptet wird, dass der Diesel für den Tod von 6.000 Menschen pro Jahr verantwortlich sein soll - in dem Fall wegen der Stickoxide. Prof. Dr. Curt Diehm: "Wie man eine derartige Aussage evidenzbasiert nachweisen will, ist mir ein Rätsel." Bei Stickoxiden gilt: Der Grenzwert am Arbeitsplatz in Deutschland liegt bei 950 mcg. Ein Raucher inhaliert mit einer einzigen Zigarette bereits 1000 mcg. Bevor man also den Diesel aus der Stadt verbannt, könnte der Gesetzgeber durchaus darüber nachdenken, das Rauchen zuerst zu verbieten, so Prof. Dr. Curt Diehm. In der Schweiz liegt der Grenzwert für Stickoxide übrigens bei 6000 mcg, also über 6mal höher als in Deutschland.

Und noch ein Argument, das in der aktuellen Diskussion über den Diesel gerne ausgeblendet wird. Viele Stimmen vertreten die Auffassung, zum Klimaschutz müsse CO2 besteuert werden. Ein Dieselmotor verbrennt jedoch etwa 20 Prozent weniger CO2 als ein vergleichbarer Benziner. Bei dieser bedeutenden Betrachtung schneidet der Dieselmotor also besser ab. Prof. Dr. Curt Diehm abschließend: "Unter dem Strich steht der Diesel aus meiner Sicht als Mediziner zu Unrecht am Pranger. Insbesondere die Fokussierung der Diskussion auf den Feinstaub scheint mir einseitig, aufgebauscht und vielfach fehlinterpretiert."

Autor:‭ ‬Mathias Ebeling

Keine Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Login via Facebook

Community