MOTORSPORT
24 h-Rennen Nürburgring: Eifel-Sterne
Über 200.000 Zuschauer sahen das schnellste 24 Stundenrennen am Ring aller Zeiten - am Ende stand ein unerwarteter Mercedes auf dem Treppchen, mit dem
Acht Mercedes-Benz SLS AMG GT3 hatten am Samstag um 16 Uhr das Rennen zweimal rund um die Uhr aufgenommen. Drei der Flügeltürer lagen lange an der Spitze!
Die Nürburgring-Klischees sind bekannt, aber sie passen einfach! Nirgendwo sind Rennausgang und Wetter unkalkulierbarer als hier, nirgendwo ein Sieg härter aber vielleicht auch glücklicher. Was die Leistung des siegreichen Manthey-Porsche nicht schmälern soll, ganz im Gegenteil. Das Team konnte in den letzten sechs Jahren fünfmal am Ring gewinnen. Unterbrochen nur von einem BMW-Sieg im letzten Jahr. Der SLS AMG-Armada, angetreten mit guten Chancen auf den Sieg, blieb letztlich nur ein Achtungsergebnis. Zwei der acht gestarteten Flügeltürer kamen unter die ersten Zehn! Und doch, stand am Schluß ein Mercedes-Team auf dem Treppchen ganz oben!
GALERIE: 24 STUNDEN-RENNEN NÜRBURGRING: EIFEL-STERNE
Die Ring-Frage: "Was wäre wenn?"
Riesenpech: Der von HEICO Motorsport eingesetzte SLS AMG musste 40 Minuten vor dem Ziel außerplanmäßig an die Box, um einen Schaden an der Radführung reparieren zu lassen und fiel vom dritten auf den siebten Platz zurück!
Das 24 Stunden-Rennen am Nürburgring schreibt seine eigenen Geschichten. Nicht zuletzt deswegen, weil es seinen Reiz auch immer wieder auch aus dem Kampf der Werksteams gegen die „Amateure“ (die nicht selten auch werksunterstützt sind) bezieht. Wer würde nicht einem vermeintlichen David die Daumen drücken? Nicht zu vergessen auch die Farbtupfer: Teams aus Australien, Japan oder engagierte Andersdenkende, die mit Exoten wie einem Holden oder Ginetta antreten. Und alle fragen sich, wie lange wird die Kiste laufen?
Diese Frage stellen sich allerdings dann nicht nur die Fans, sondern oft genug auch die Teamchefs. Zum Beispiel weil ein Ferrari F458 Italia GT nicht nur die Trainingsbestzeit vorlegt, sondern die 24 Stunden angeht als wäre es ein Sprintrennen. Gebremst sollte das Farnbacher-Team erst durch einen Aufhängungsbruch werden. Den aber konnte die Boxencrew reparieren und der Ferrari setzte seine wilde Hatz fort und fand sich zum allgemeinen erstaunen dann auch in der Top Ten wieder. Was wäre, wohl ohne Fahrwerksbruch gewesen?
Was wäre wenn? Bei einem 24 Stunden-Rennen am Ring vermutlich die meistgestellte Frage! Hätte irgendwer, dem Manthey-Porsche gefährlich werden können? Natürlich: der Werks-BMW mit der Startnummer 1. Aber auch der SLS AMG aus dem Mamerow-Team. Der von Christian Mamerow, Armin Hahne und Pierre Kaffer pilotierte SLS AMG GT3 war nicht nur Zweitschnellster nach dem Qualifying, sondern lag nach dem Ferrari-Ausfall am frühen Samstagabend auch an der Spitze des mit über 200 Fahrzeugen gestarteten Feldes. Die Fans, gebeutelt durch nasskaltes Eifelwetter erwärmten sich an der wilden Hatz an der Spitze. Im ersten Renndrittel lagen die ersten Zehn dicht beieinander und nur ihre Reihenfolge änderte sich fast permanent.
Selbst fliegen hilft in der Eifel nur selten was!
Der Mamerow-SLS schied 23:43 Uhr in Führung liegend durch Unfall aus!
Die Mercedes-Fans waren begeistert von dem einzigartigen Sound der Flügeltürer, der die Autos unverwechselbar machte. Du wusstest immer, wann ein SLS angeflogen kam. Auffällig auch die wenig nervös wirkende Straßenlage der Boliden mit Stern, die auch an schwierigen Abschnitten wie dem Pflanzgarten deutlich satter auf dem Asphalt zu kleben schienen als mancher Mitbewerber. Dass der SLS AMG GT3 manchmal trotzdem mit allen Vieren in der Luft lag, konnte auch das Fahrwerk nicht verhindern. Die Jungs am Steuer haben halt kräftig angegast!
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Aktualisiert: Montag, 27. Juni 2011
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