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MERCEDES OLDTIMER

Mercedes Oldtimer

Natürlich kannte der Legendäre Mercedes Oldtimer Fahrer Alfred Neubauer, der zweifellos einen beträchtlichen Anteil zu dem sportlichen Renommee von Mercedes Benz beitrug, den berühmten Ausspruch des deutschen Reichskanzlers Stresemann, und so mag er wohl auch in der Entwicklungsphase de 300 SL hin und wieder vom Silberstreifen am Horizont geträumt haben.

Doch letztlich geriet der neue Sportwagen, heute ein Mercedes Oldtimer, allen Schwierigkeiten zum Trotz auf Anhieb zum Siegfahrzeug, das nach fünf rennen nicht weniger als vier Siege und einen zweiten Platz nebst vielen Platzierungen erzielen konnte – womit die Mercedes Silberpfeile nahtlos an die Vergangenheit angeknüpft hatten und eine neue Ära einleiteten.

In den 1950er Jahren war die Mille Miglia neben Le Mans das größte Rennsportereignis schlechthin. Millionen von Italienern – mit einem Picknickkorb und einer Flasche Lambrusco gewappnet – an die 1600 Kilometer lange Rennstrecke, die sich einmal quer durch das Land dahin zog. Selbstverständlich war an diesem Tag schulfrei und auch in den Fabriken und Büros herrschte während des Rennens nur gemäßigter Eifer.

Mercedes Benz hatte dieses 1927 gegründete Rennen – das ansonsten eine Bastion von Alfa Romeo und Ferrari war – nur einmal gewinnen können: 1931 fuhr Rudolf Carraciola als erster Nicht-Italiener einen der legendären Mercedes SSK – welcher heute ein Begehrter Mercedes Oldtimer ist - zum Sieg. Und so führt nun der erste Weg des brandneuen 300 SL nach Bresia, dem Startpunkt der Legende. Nachdem im März 1952 der erste fertig gestellte 300 SL der Presse vorgeführt worden war, begannen die Trainingsfahrten in Italien die zuerst mit normalen Limousinen, später mit den Einsatzwagen durchgeführt wurden.

Fahrten die sich zuerst nicht einfach gestalteten, da sich Caracciola und andere über die Qualität de Bremsen und anderer Details beschwerten. Das Oldtimer Rennen selbst fand am 3. und 4. Mai statt: Mercedes Benz hatte drei Wagen an den Start gebracht.

Die Nummer 3 fuhren Hermann Lang und sein Beifahrer Erwin Grupp mit der Startnummer 626, mit der Nummer 4 wurden Karl Kling und Hans Klenk dann zweiter (Startnummer 623) und Rudolf Caracciola trat 21 Jahre nach seinem Sieg auf einem Mercedes Oldtimer SSK zusammen mit seinem Beifahrer Paul Kurrle mit der Startnummer 613 auf dem Wagen mit der Fahrgestellnummer 5 an.

Natürlich sorgten die völlig neuartigen Türen von Mercedes im Vorfeld des Rennens für etwas Aufregung, da immer wieder Gerüchte aufkamen, dass die Konkurrenz die Oldtimer Flügeltüren nicht akzeptieren würde. Fritz Nallinger schickte deshalb am 7. April 1952 ein Telegramm an die in Italien trainierende Mannschaft, die darüber informiert wurde.

Alfred Neubauer rief prompt am 8. April um 12.15 zurück. Die Antwort auch schriftlich nach Stuttgart übermittelt und zeigt, mit welcher Raffinesse Neubauer vorgegangen war „Die ihnen zugekommene Mitteilung eines Protestes im Erfolgsfalle“ entbehrt der Sachkenntnis. Proteste gegen die Ausführungen von Oldtimer Fahrzeugen müssen bis spätestens 2 Stunden nach der Wagenabnahme eingereicht sein. Nach dem Rennen gab es also keine Proteste mehr gegen Mercedes..

Die Autowelt ist sich ausnahmsweise einmal einig: Was den Mercedes 190 SL immer fehlte ist ein standesgemäßes Triebwerk. Rund 100.000 Mark kostet ein Mercedes Oldtimer 190 SL im Topzustand, Vollrestaurierungen vom Profi schlagen meist noch deutlich teurer zu Buche. Fürs selbe Geld gibt es faszinierende, offene Sportwagen aus Italien mit begeisternden DOHC-6-Zylindern, 12-Zylinder E-Type Roadster oder kernige Big-Healey – und dazu noch ein paar Mark raus. Zugegeben, der kleine SL kommt aus bestem Hause und ist auf auf seine leicht Barocke Art eine echte Schönheit. Trotzdem sei die Frage gestattet:

Was veranlasst Oldtimerfans bloß, sich für ein halbes Vermögen ein Cabrio mit biederem rauen Vierzylindermotor auf den Hof zu stellen? Selbst ein Bekennender Fan des Baby-SL wie der Mühlheimer Karl-Heinz Klar gerät in echte Argumentationsnöte, wenn die Sprache auf die Technik des 190ers kommt. „Es stimmt schon, das Auto fährt sich nach objektiven Kriterien nicht sonderlich inspiriert. Der Motor ist ein zäher, eher unkultivierter Kollege, aber als Sportwagen habe ich den 190er SL niemals betrachtet. Cabrio fahren hat für mich mehr mit Genuss als mit Leistung zu tun, und artgerecht bewegt reichen die 105 PS in diesem Mercedes Oldtimer völlig.

Es waren vor allem die Form und die Details, die mich reizten. Wer einmal hinter dem herrlichen Lenkrad saß und den Blick auf die Instrumente genossen hat, weiß was ich meine.“. Der Maschinenschlosser ist einer der wenigen Hobbyschrauber, die sich an den 190 SL getraut haben und dass, obwohl sein Einstieg in die Oldtimerei und ins Thema Mercedes eher zufällig war: „Ich wollte vor Jahren mal eine Garage für mein Alltagsauto mieten, das konnte ich aber nur weil ich das Auto darin kaufte. Unfreiwillig und ohne Ahnung kam ich so an eine Mercedes-Heckflosse aus erster Hand, ein ganz komisches Ding, mit kurzem Vorderbau, aber scheinbar ab Werk mit dem 220er Sechszylinder ausgestattet.

Als ich die Flosse dann vor ein paar Jahren für ein modernes Cabrio hergeben wollte, kam automatisch der Gedanke an einen offenen Klassiker, und als Mercedes-Fan kam eben nur der 190 SL in Frage.“ Der Kostenrahmen war schnell abgesteckt. Zwischen 40.000 und 50.000 Mark wollte Klar für ein neues Cabrio anlegen, mehr durfte der 190 SL als Mercedes Oldtimer auch nicht kosten. Fahrbereit, versteht sich. Szene-Kenner verdrehen spätestens an diesem Punkt die Augen. Sie wissen ein Lied zu singen, von all den notdürftig zu recht gedengelten Möhren, die sich in diesem Preissegment tummeln - Erfahrung die Karl-Heinz Klar noch sammeln sollte.

Der Mühlheimer besichtigte vierzig Autos zwischen Nordfriesland und München, lernte das Gros der deutschen Autobahnen und den Realitätsverlust vieler Verkäufer kennen. „Ich habe 3 verschiedene Spezies von Anbietern erlebt. Diejenigen, die ehrlich an ihre optimistischen Schilderungen glauben, weil sie all die vorhandenen Macken nie selbst sehen wollten, waren die häufigsten. Dann waren da noch ein paar echte Rost-Täuscher, die billig geschönte Prestolitgeflickte, krumme Dinger an nichts ahnende Mitmenschen verhökern und schließlich ein paar Adressen, die jede Beule, jede Spachtelstelle und jede Durchrostung exakt schildern.

Bei einem solchen Händler in Bremen habe ich das Auto mit der Wahrscheinlich besten Substanz gesehen, aber damals wollte ich aber einfach noch nicht einsehen, das für ein ordentliches Mercedes Oldtimer Restaurierungsobjekt 40.000 Mark auf dem Tisch zu zählen sind.“ Die Einsicht kam spät aber heftig. Wer sich lange genug mit der Maschine beschäftigt, lernt, dass die beste und teuerste Restaurierungsbasis gerade beim 190 SL der billigste Kauf ist.

Es gibt Professionelle Restauratoren, und das Mercedes Tuning, die pauschal 100.000 Mark Arbeitslohn und mehr zzgl. aller Teile für eine 190-Instandsetzung verlangen, den Löwenanteil davon für die Karosseriearbeiten. Wer den Chrom rundum neu kaufen muss, ist satte 40.000 Mark ärmer.

Wer eine neue Doppelvergaseranlagefür diesen Mercedes Oldtimer will, aber keine Austauschteile hat: 7.000 Mark. Preise die deutlich machen, das ein Fehlkauf jeden Normalverdiener in den Ruin treibt. Karl-Heinz Klar ist Normalverdiener, heute um einen erklecklichen Betrag ärmer – aber nicht ruiniert. Wie kommts?

„Ich hab den SL, einen US-Reimport, nach 10.000km Suche in der ganzen Republik schließlich gleich um die Ecke in Gevelsberg für rund 50.000 Mark gekauft. Der Vorbesitzer hatte mit der Restaurierung begonnen, viel Geld investiert und schließlich aufgegeben. Wichtig war mir vor allen Dingen, dass die teuren Brocken vorhanden und die Karosserie solide war, sonst wird der SL zum Fass ohne Boden.“

Auch Interessant ist dazu die Geschichte des ersten Mercedes-Sicherheitskonzeptes, das in den heutigen Oldtimer Anfang des letzten Jahrhundert seinen Anfang fand:

Der Sicherheit fühlt sich Mercedes-Benz seit jeher besonders verpflichtet und schuf mit vielen Wegweisenden Erfindungen die Grundlage für den vorbildlichen Insassenschutz moderner Personenwagen. Schon in den Fünfziger Jahren ( Der Geburtststunde der heutigen Mercedes Oldtimer )fanden bei Mercedes-Benz die ersten Regelmäßigen Crash-Tests statt. Heute stehen im Mercedes-Benz Technology Center täglich zwei, drei Aufprallversuche auf dem Programm – hoher Aufwand, der die Bedeutung dieses Themas bei der Entwicklung der Mercedes-Personenwagen dokumentiert.

Mit der Glutrohrzündung und dem ersten schnell laufenden Viertaktmotor – der so genannten „Standuhr“ schufen Gottlieb Daimler und Willhelm Maybach 1883/1884 eine der wichtigsten Voraussetzungen für den späteren Siegeszug der Auto-Mobilität. Bei 600/min leistete der Motor rund 1PS – der neue Achtzylinder des Mercedes-Benz SLR McLaren entwickelt 460/kW/626 PS.

Man schreibt den 22. Dezember 1900: In Cannstatt bei Stuttgart gehen fünf Fabrikneue Automobile der Daimler-Motoren-Gesellschaft auf eine lange Reise per Eisenbahn. Ihr Ziel ist das französische Nizza, wo sie schon seit Wochen voller Ungeduld erwartet werden: von Emil Jellinek, Geschäftsmann und Autoliebhaber aus Österreich mit Zweitwohnsitz in Nizza.

Seit einigen Jahren verdiente Jellinek mit dem Auslandsvertrieb der Daimler-Wagen - heute begehrte Mercedes Oldtimer - sein Geld. Nizza erweist sich dafür als die richtige Adresse, denn an der Cote d'Azur lebt die Kundschaft, die sich den Luxus eines eigenen Automobils leisten kann. Allein im Jahre 1900 hatte der geschäftstüchtige Österreicher schon 28 Daimler-Wagen verkauft.

Das war fast ein Drittel der damaligen DMG-Jahresproduktion. Doch die fünf Autos, die das Stuttgarter Unternehmen kurz vor Weihnachten des Jahres 1900 nach Südfrankreich liefert sind etwas besonderes. Jellinek hatte ihre Entwicklung aktiv beeinflusst und Chefkonstrukteur Willhelm Maybach überzeugt, etwas wirklich neues auf die Beine zu stellen: Wenigstens 35 PS Leistung, leichterer Motor, niedrigerer Schwerpunkt – das waren die Eckdaten, die Jellinek vorgab. Kurzum: „Leicht, schön und schnell“ soll er sein.

Und der neue Wagen sollte unter dem Namen „Mercedes“ von Jellinek verkauft werden; so heißt die damals zehnjährige Tochter des Geschäftsmanns. Willhelm Maybach, der begnadete technische Kopf der DSM, erkannte sofort, dass für den verlangten Wagen nur eine weitgehende Neukonstruktion in Frage kam. Er begann seine Aufgabe beim Motor: Den Hubraum des bisherigen Vierzylinder-Phönix-Motors vergrößerte auf knapp sechs Liter, das Kurbelgehäuse ließ er aus Aluminium gießen und für die Hauptlager verwendete Maybach Magnalium, eine Spezielle Aluminium_Magnesium-Legierung. Die bisher automatisch durch den Unterdruck im Motor öffnenden Einlassventile steuerte erstmals eine Nockenwelle.

Die Auslassnockenwelle bediente auch die Niederspannungs-Magnetzündung, die neuartige Wasserpumpe und den Kühlerventilator. Pro Zylinderpaar gab es – und auch das war neu – je einen Spritzdüsen-Vergaser. Alle diese Verbesserungen erbrachten eine völlig neue Qualität der Motorcharakteristik, die bis dato kaum jemand für möglich gehalten hatte - und Mercedes schrieb damit Mercedes Oldtimer Geschichte

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