Mercedes-Benz S-Klasse Facelift: Mehr Autonomie voraus

Es lebe die Evolution: Die neue Mercedes-Benz S-Klasse wird noch automomer

Mercedes-Benz S-Klasse Facelift: Mehr Autonomie voraus: Es lebe die Evolution: Die neue Mercedes-Benz S-Klasse  wird noch automomer
Erstellt am 18. März 2017

Das Auto von morgen ist vernetzt, fährt vollkommen autonom und vermeidet Unfälle. Was vor einigen Jahren noch unvorstellbar war, wird immer realistischer. Dank der neuen Fahrassistenz-Generation, die Mercedes-Benz erstmals im Herbst mit der Modellpflege der S-Klasse einführt, wird die Vision vom automatisierten und unfallfreien Fahren schon sehr konkret. In dieser Woche konnten sich Journalisten in Sindelfingen einen ersten Eindruck von den technologischen Innovationen der neuen S-Klasse machen. Dank neuer Kamera- und Radarsysteme hat die Luxuslimousine das Verkehrsumfeld jetzt noch besser im Blick - die S-Klasse kann unter anderem künftig bis zu 250 Meter vorausschauen. Christoph von Hugo, Leiter Aktive Sicherheit bei Daimler, erläutert im Interview, welche technischen Highlights das neue Flaggschiff zu bieten hat und wie die Technik den Autofahrer unterstützt.



Herr von Hugo, im Herbst kommt die neue Generation der Mercedes-Benz S-Klasse. Was bietet die Oberklasse-Limousine an innovativer Technik?

Vor allem natürlich die neue Generation des neuen Fahrassistenz-Pakets, das nochmal einen deutlichen Schritt in Richtung automatisiertes Fahren macht und den Fahrer in noch mehr Situationen spürbar unterstützt und ihm gerade in unangenehmen Fahrsituationen einen Teil der Fahraufgabe abnimmt.

Wie nah wird die neue S-Klasse dem großen Ziel "Automatisiertes Fahren" schon kommen?

Die neue S-Klasse gibt uns ein gutes Gefühl, wie sich hochautomatisiertes Fahren einmal anfühlen kann. Allerdings bin ich in diesem Fahrzeug immer noch in der Pflicht, selber die Kontrolle über die eigentliche Fahraufgabe zu übernehmen, den Verkehr ständig zu überwachen, die Hände am Lenkrad zu haben. Aber in spezifischen Verkehrssituationen bekommt man schon einmal einen sehr guten Eindruck davon, wie sich das einmal anfühlen wird, wenn wir hochautomatisiert unterwegs sind und man dann auch die Hände vom Lenkrad lassen könnte.

Welche Strategie verfolgt Daimler beim automatisierten Fahren?

Zuerst bauen wir auf die Stärken auf, die wir schon seit vielen Jahren im Bereich Fahrassistenz-Systeme uns erarbeitet haben. Zum Beispiel mit den aktiven Abstands-Assistenten, aber jetzt auch mit den Lenk-Assistenten. Das heißt, wir entwickeln behutsam, aber teilweise auch in großen Schritten unsere Systeme zur Längs- und Querregelung weiter aus und beziehen immer neue Informationsquellen und Situationen mit ein, sodass wir mittlerweile auch auf der Landstraße ein sehr performantes Spurführungssystem und einen sehr performanten Lenk-Assistenten anbieten können.



Und was könnte dann der nächste Schritt sein?

Natürlich arbeiten wir auch daran, in absehbarer Zeit das hochautomatisierte Fahren zu ermöglichen. Dem Fahrer also die Möglichkeit zu geben, ein bisschen in die Beobachterrolle zu schlüpfen, die Hände also auch vom Lenkrad zu nehmen. Last but not least hören wir bei der Hochautomatisierung nicht auf, sondern wir arbeiten auch mit Hochdruck an vollautomatisierten Fahrzeugen. Das sind dann Autos, in denen perspektivisch nicht mal mehr ein Fahrer anwesend sein muss.

Neben dem Ziel des automatisierten Fahrens steht auch die Vision des unfallfreien Fahrens im Mittelpunkt der Entwicklungsarbeit bei Mercedes-Benz. Was macht die neue S-Klasse zum sichersten Auto ihrer Fahrzeugklasse?

Sicheres Fahren und automatisiertes Fahren gehen aus unserer Sicht Hand in Hand. Das eine geht nicht ohne das andere. Wir müssen Unfallvermeidung beherrschen, um irgendwann auch höher automatisiert fahren zu können. Und da sehen wir mit der heutigen S-Klasse, aber auch schon mit den Vorgängergenerationen große Fortschritte. Dieses Auto ist in der Lage, den umgebenden Verkehr sehr gut zu erfassen und in kritischen Situationen häufig schneller zu reagieren, als der Fahrer dazu in der Lage wäre. Zum Beispiel in so schwierigen Situationen wie Stauende, Kreuzungssituationen oder auch den querenden Fußgänger, sehr früh den Fahrer zu warnen und ihm dann auch eine Bremsunterstützung anzubieten. Sogar soweit, dass das Fahrzeug autonom eine Bremsung einleitet, wenn der Fahrer dazu nicht in der Lage ist beziehungsweise nicht rechtzeitig reagiert.

Dafür haben Sie die bereits bestehenden Assistenz-Systeme nochmals spürbar verbessert. So wurden der Aktive Abstands-Assistent DISTRONIC und der Aktive Lenk-Assistent weiter optimiert. Was leisten die Systeme jetzt?

Wir haben natürlich an der Sensorik der Systeme gearbeitet. Das heißt, die Reichweite und die Auflösung der Sensorik ist größer. Das hilft uns, Objekte auf der Straße noch besser, noch früher zu erkennen, abzuschätzen, wohin sich diese Objekte bewegen und mit welcher Geschwindigkeit. Und auf dieser Basis können wir dann unsere eigenen Algorithmen verbessern, die darüber entscheiden, wann wir selber eingreifen oder dem Fahrer eine Warnung geben. Das heißt, dass wir die Fahrer in noch mehr kritischen Situationen unterstützen können, diese Situationen zu entschärfen oder zu meistern.

Ein wichtiger Aspekt bei der Entwicklung solcher Systeme ist die zu erwartende Kundenakzeptanz. Wie stellen Sie sicher, dass Kunden sich ohne Vorbehalte den "Assistenten" anvertrauen?

Die Sicherheitsfunktionen im Fahrassistenz-System laufen ja im Hintergrund. Das heißt, der Fahrer ist sich gar nicht darüber im Klaren, dass er ganz viele Helferlein hat, die im Hintergrund auf ihn aufpassen. Und genau das ist auch der große Nutzen: Der Fahrer fährt weiterhin aufmerksam, er versucht die Situation selber zu beherrschen. Aber wenn er einmal nicht so aufmerksam sein sollte, wenn ihn irgendeine Situation überfordert, genau dann können diese Helferlein im Hintergrund aktiv werden und den Fahrer auffordern, selbst wieder aktiv zu werden oder im Zweifelsfall auch selbst zu übernehmen.

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