24h-Sieger Maro Engel im Portrait

Der rettende Engel!

24h-Sieger Maro Engel im Portrait: Der rettende Engel!
Erstellt am 7. Juni 2016

Maro Engel hat sich beim 24h-Rennen auf dem Nürburgring ein Denkmal gesetzt. Durch sein ebenso geniales wie kompromissloses Überholmanöver in der letzten (!) Runde rettete er dem AMG-Team Black Falcon den Sieg. Vorher schon eroberte er mit der schnellsten Runde im Top30-Zeitfahren die Pole Position und fuhr zu allem Überfluss auch noch die schnellste Rennrunde! Aber wer ist eigentlich der Mann, der diesem Rennen seinen Stempel aufdrückte?

Keke Rosberg als Anstoß!

Der 30-jährige Maro Engel hat bereits eine bewegte Karriere hinter sich. Für deren Beginn war aber ein anderer berühmter Motorsportler verantwortlich: Keke Rosberg! Mit dessen Sohn Nico, heute auch kein Unbekannter in der Motorsport-Welt - wuchs Maro zusammen in Monaco auf und drückte später mit ihm die Schulbank. Auch in der Freizeit hingen die beiden zusammen und wurden sehr gute Freunde. Als Nico von seinem Vater Keke zum 6. Geburtstag ein Kart geschenkt bekam, überredete Keke Maros Vater, auch dem kleinen Maro eins zu kaufen. So fing alles an. Ab 1996 fuhr Maro dann ernsthaft Kartrennen in Italien und Frankreich und wurde sogar Meisterschaft-Vierter in der European Junior Karting Championship. Im Anschluss ging seine Karriere zunächst zielgerichtet weiter, indem er mit 16 Jahren in die Formel BMW aufstieg. Bereits ein Jahr später fuhr er in der deutschen Formel-3-Meisterschaft, einer der härtesten überhaupt. Ein Fehler, wie er heute weiß. Der Schritt kam zu früh, zudem hatte man ständig Geldprobleme, so dass die gewünschten Ergebnisse ausblieben.

Keine Sponsoren - keine Rennen!

Dadurch kam seine Karriere ins Stocken. Es schien fast, als wäre Maro bereits am Ende. Er ging zurück nach Monaco und begann ein Studium. "Ich war eigentlich schon draußen, ich hatte einfach keine Sponsoren mehr. Also bin ich in Monaco an die Uni gegangen, habe dort angefangen, Business-Management zu studieren." Nach zwei Semestern war er dort zwar Viertbester seines Jahrgangs, "und es hat mir auch Spaß gemacht - aber wirklich zufrieden war ich nicht. Das Rennfahren hat mir einfach zu sehr gefehlt. Ich habe gemerkt, dass ich damit einfach noch nicht abgeschlossen hatte."

Zeit zu kämpfen!

Maro gab nicht auf, klapperte höchstpersönlich unzählige Sponsoren ab und kratzte sich genug Geld für einen Start in der italienischen Formel 3000 zusammen. Mit nur einem Test-Tag konnte er absolut beeindrucken und fand so einen potenten Sponsor, der ihn in der britischen Formel 3 im Top-Team Carlin unterbrachte. Auch dort brachte er sehr gute Leistungen und kämpfte sogar um die Meisterschaft mit. Für seine persönliche Entwicklung war die Zeit in Englang ebenfalls richtungsweisend, denn wer sich als Deutscher auf der britischen Insel durchsetzt, hat Charakterstärke bewiesen! Durch seine Vize-Titel im zweiten Jahr gab ihm Mercedes-Benz die Möglichkeit, einen DTM-Boliden zu testen. Maro überzeugte das Team und bekam das Cockpit für 2008, allerdings in einem Vorjahresfahrzeug.

Schneller als Schumacher und Coulthardt!

In der DTM, einer der am härtesten umkämpftesten Meisterschaften der Welt, gelang es Maro zwar Fuß zu fassen, Top-Ergebnisse blieben ihm aber verwehrt. Im Team Mücke Motorsport setzte man in den vier Jahren, in denen Maro DTM fuhr, jeweils nur Vorjahres-Fahrzeuge ein, mit denen ein vorderer Platz nicht möglich war. Maro lag zwar meist deutlich vor seinen bekannten Team-Kollegen wie Ralf Schumacher oder David Coulthardt, verließ aber die DTM nach der Saison 2011 wieder.

Neues Zuhause GT3-Sport!

Mercedes-Benz blieb aber sein motorsportliches Zuhause, denn er dockte beim gerade im Aufbau befindlichen Kundensport-Programm mit den Mercedes-Benz SLS AMG GT3 an. Mit diesem Auto stellten sich endlich die lange ersehnten Erfolge und Siege ein. Maro fuhr unzählige Langstreckenrennen und gewann auch viele davon. Zudem siegte er im letzten Jahr beim FIA GT World Cup in Macao, ein Rennen, das er bereits im Vorjahr - damals noch als Macau Grand Prix GT Cup bezeichnet - gewonnen hatte. Mit seinen tollen Leistungen konnte er das Vertrauen, das Mercedes-Entscheider wie Gerhard Ungar, Tobias Moers, Norbert Haug oder Uli Fritz in ihn gesetzt hatten, mehr als zurück zahlen. Für dieses Vertrauen ist Maro heute noch sehr dankbar! Daneben zeigt Maro sein Können auch regelmäßig bei Gaststarts in offenen Prototypen beispielsweise in Sebring. Ganz nach seinem Geschmack war auch die Mitarbeit als Entwicklungsfahrer beim der neuen Customer-Sports-Waffe von AMG, dem Mercedes-AMG GT3, der unter anderem auch deswegen ein absolutes Siegauto geworden ist.

Große Siege waren überfällig!

In diesem Jahr fuhr er mit dem neuen Auto bereits für das Team Black Falcon bei den 24h von Dubai sowie im Vorfeld der 24h bei der VLN, wo sein Team allerdings kein Glück hatte. Das stellte sich dann aber pünktlich beim berühmten 24h-Rennen am Nürburgring ein, als er den Sieg in der letzten Runde sichern konnte. Das Überholmanöver, mit dem er den AMG-Kollegen Christian Hohenadel im Mercedes-AMG GT3 von HTP Motorsport niederrang, war zwar wegen seiner Kompromisslosigkeit nicht ganz unumstritten, belegt aber den Kampfgeist und Siegeswillen, an dem es Maro nie gemangelt hat.

Zweite Chance in der DTM?

Mit seinen 30 Jahren ist Maro Engel im besten Rennfahrer-Alter. Durch seine teilweise harten Zeiten und die gemachten Erfahrungen ist er gereift und bereit für neue Herausforderungen. Die könnten durchaus nochmals in der DTM liegen, denn hier hat er noch eine Rechnung offen. Testfahrten mit dem aktuellen Modell durfte der gebürtige Münchner im Herbst bereits durchführen und auch die DTM-Taxi-Drives werden größtenteils von ihm durchgeführt. Die Nähe zur DTM ist also so groß wie lange nicht mehr. Zudem präsentiert sich Maro sehr öffentlichkeitsnah, hat immer Zeit für die Fans und arbeitet sehr gut mit der Presse. Damit ist er ein perfekter Botschafter für die Marke Mercedes-Benz, mit der er sich vollauf identifiziert. Einer glänzenden Zukunft steht also eigentlich nichts mehr im Wege!

Im Rahmen des Motorsport-Festivals am Lausitzring am letzten Wochenende ließ sich Mercedes-AMG die Chance nicht entgehen, den Fans den frisch gebackenen 24h-Sieger zu präsentieren. Auch wir nutzten die Gelegenheit, uns ausführlich mit Maro Engel zu unterhalten:

Natürlich hat Maro Engel das 24h-Rennen auf dem Nürburgring nicht alleine gwonnen. Alles über seine Teamkollegen und sein Team lest ihr hier: Die Sieger des 24h-Rennens auf dem Nürburgring Team-Work zweimal rund um die Uhr! Das 24h-Rennen auf dem Nürburgring ist das wohl bekannteste und größte seiner Art. Hier zu gewinnen ist der Traum eines jeden Rennfahrers. Vier davon haben s

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