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Mercedes Cabrios: Stars oben ohne!

Ein heißes Thema in kalten Zeiten: ein Mercedes Cabrio war immer schon etwas Besonderes
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Eine Cabrio-Geschichte? Jetzt im Winter? ja, spinnen die denn in der Redaktion? Ja schon, aber nicht wegen dieser Geschichte: denn erstens ist die Mercedes Cabrio Story ein bisschen motiviert durch die Präsentation des neuen Mercedes E-Klasse Cabrios, zweitens sind offene Mercedes Youngtimer und Klassiker ohnehin immer ein Thema und drittens soll dieser beitrag auch ein bisschen Vorfreude auf die kommende Saison machen. Wir müssen ja jetzt nicht nur Winterthemen eiskalt präsentieren...

Warum nicht auch mal im Winter offen fahren?

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Davon einmal abgesehen: eine Tour durch die Winterlandschaft mit einem Cabrio ist was ganz besonders Feines. Ja, ich weiß: das Salz ruiniert das Blech. Und es zieht, es ist kalt. Ich fahre seit 20 Jahren auch im Winter offen. Mollig warm eingepackt, wenn die Strassen trocken sind und die Sonne scheint. Ich mache mir dennoch sicherheitshalber die Mühe, nach meinen „Winter-Cabriolen“ etwaige Salzrückstände durch eine Unterbodenwäsche wegzuspülen. Problem habe ich keine. Neugierig bin ich allerdings auf das AirCap des neuen E-Klasse Cabrios, ob das wirklich so gut ist wie die Stuttgarter sagen. Zumindest würde man dann nicht mehr gefahrlaufen, wegen eines verstosses gegen das Vermummungsgebot, mit seinem cabrio aus dem (Winter)Verkehr gezogen zu werden. Aber gut, deswegen keinen Streit, ich weiß, dass Wintertouren auch bei Cabrio-freunden eher auf ein geteiltes echo stoßen. Dennoch, es macht Spaß.

Kapriolen mit dem Cabriolet

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Das Konzept des Cabriolets stammt noch aus dem Zeitalter der Kutsche: „Cabriolet“ hieß ein leichter, offener Wagen, der von zwei Pferden gezogen wurde. Dieses Fahrzeug blieb vor allem Genussfahrten bei schönem Wetter vorbehalten. Daher stammt auch sein Name: Das Verb „cabrioler“ steht im Französischen für „Luftsprünge machen“, „Kapriolen schlagen“. Das offene Fahren als Garant für gute Laune braucht jedoch in den Anfangsjahren des Automobils noch keine spezielle Karosserieform. Denn die Zeit zwischen 1886 und 1920 ist sowieso von offenen Automobilen geprägt.
Als sich geschlossene Karosserien im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts etablieren, bieten die Karosseriebauer neben Limousine und Coupé mit festem Aufbau nun auch das Landaulet an – und das Kabriolett mit einem komplett zu öffnenden Verdeck. Kennzeichen dieses Wagentyps sind bereits in den 1920er Jahren eine sportliche und elegante Silhouette sowie die Möglichkeit, den Wagen oberhalb der Türoberkanten völlig zu öffnen. In geschlossenem Zustand ähnelt die Seitenlinie des Kabrioletts jener des Coupés. Eine Sonderform und kein Cabriolet im engen Sinn ist der Tourenwagen mit Aufsatz, den es in der ersten Hälfte der 1920er Jahre bei der Daimler-Motoren-Gesellschaft gibt: Der sechssitzige Tourenwagen erhält – ähnlich dem heutigen Hardtop – einen Aufbau, der einen festen Wetterschutz wie in einer Pullman-Limousine bietet.

Eine Brücke zwischen Tourenwagen und Limousine

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Mit steigender Geschwindigkeit verlangt die Kundschaft nach einem Schutz vor Wind und Wetter, der über die Kutschverdecke der ersten Automobile hinaus geht.
Neben Tourenwagen und Phaeton treten nun die geschlossenen Karosserieformen Limousine und Coupé sowie das Landaulet. Das Cabriolet schlägt von den 1920er Jahren an eine Brücke zwischen diesen beiden Interpretationen des Automobils: Sein Verdeck lässt sich so weit öffnen wie das eines Tourenwagens. Allerdings ist es in Material und Tragstruktur so stabil ausgeführt, dass der Fahrkomfort in geschlossenem Zustand jenem einer Limousine gleichkommt.
Zur Auswahl stehen für die Kunden dieser Zeit eine ganze Reihe verschiedener Cabriolet-Typen. Denn Fahrzeughersteller und Karosseriebauer kennen die moderne Problematik nicht, dass aus Gründen der Karosseriesteifigkeit die Bodenkonstruktion verstärkt werden muss: Während die selbsttragende Karosserie nach einer aufwändigen Sonderkonstruktion für das Cabriolet verlangt, sind bis zum Zweiten Weltkrieg Fahrgestelle mit Rahmen üblich, auf denen ganz nach Wunsch verschiedene Karosserien aufgebaut werden können.

Mit offenem Verdeck in die Fusion

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Die Daimler-Motoren-Gesellschaft bietet bereits die Mercedes-Typen 15/70/100 PS und 24/100/140 PS aus dem Jahr 1924 als viersitzige Cabriolets und offene Tourenwagen an. Diese Modelle werden nach der Fusion mit Benz & Cie. zur Daimler-Benz AG im Jahr 1926 als Mercedes-Benz Typen weitergeführt. Mit ihrer steil stehenden Windschutzscheibe verströmen sie noch nicht den Charme der eleganten Sportlichkeit, nur die voluminösen Falten des Verdecks im Heck unterscheiden sie von den rauen Tourenwagen.
Doch bereits die Cabrio-Versionen des Typ 8/38 PS (W 02) entwickeln eine eigene Formensprache. Vor allem das zweisitzige Cabriolet A punktet durch pfiffige Sportlichkeit in Verbindung mit Praktikabilität durch den guten Wetterschutz. Während dieser Typ auch als zweitüriges Cabriolet mit vier Sitzen zu haben ist, bietet
Mercedes-Benz den Typ 12/55 PS (W 03) und seine direkten Nachfolger bereits mit drei verschiedenen Karosserieformen als Cabriolet aus Werksfertigung an. Zwischen dem eher bürgerlich-stattlichen Viertürer und dem vergleichsweise rassigen Zweisitzer mit knapp geschnittenem Verdeck öffnet sich bei dieser Baureihenfamilie ein Blick auf die ganze Bandbreite der Varianten, mit denen das Thema Cabriolet in den kommenden Jahren interpretiert werden wird.

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Die legendären Typen S, SS und SSK sind Tourensportwagen. Mercedes-Benz selbst bietet dabei die Typen S und SS von 1926 bis 1934 als zweitüriges, viersitziges Sport-Cabriolet an. Würde nicht die atemberaubend lange Motorhaube diesen Wagen von seinen Zeitgenossen abheben, könnte man ganz nüchtern von einem Cabriolet C dieser auf den Rennsport und die sportliche Fahrkultur zugeschnittenen Baureihe sprechen. Wer von 1928 an auch den Typ SSK als Cabriolet karossiert haben möchte, muss sich allerdings an eine der noblen Werkstätten wenden, die sich auf entsprechende Aufbauten spezialisiert haben, denn ein SSK-Cabrio gibt es in der Mercedes-Benz Modellliste nicht. Das Segment der offenen Tourenwagen decken die Typen 15/70/100, 24/100/140 und der K ab.

Mit dem Cabriolet ins Wirtschaftswunder

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Auch den Typ 170 V (W 136) bieten die Stuttgarter von 1936 an als Cabriolet A und B, außerdem als Cabrio-Limousine und als Roadster. Als nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs die Fahrzeugproduktion mit diesem weitgehend unveränderten Typ wieder anläuft, rollen aber keine 170 V Cabriolet mehr vom Band in Stuttgart.

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Diese Karosserieform hat sich endgültig als etwas Besonderes etabliert, die Limousine ist zur Standardausführung geworden. Lediglich für die Polizei entstehen in der vom Mangel geprägten Nachkriegszeit offene, eher karge Versionen der Baureihe W 136, die mit der Abkürzung OTP (Offener Tourenwagen Polizei) bezeichnet werden.
Erst der Typ 170 S (W 136 IV) ist von 1949 an als Cabriolet A und B zu haben. Diese offenen Automobile mit neuer Karosserie sind für die junge Bundesrepublik der Inbegriff des sportlich-luxuriösen Fahrens. Ihre elegante Linienführung wirkt aus heutiger Sicht wie eine Vorschau auf das so genannte Wirtschaftswunder der 1950er Jahre.

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Bereits nach zwei Jahren löst allerdings der Typ 220 (W 187) mit seinen Cabrio-Versionen den 170 S ab. Den Anspruch, ein außergewöhnliches, luxuriöses Automobil zu bieten, macht Mercedes-Benz bei diesem Typ bereits mit dem Preis deutlich: Ist die Limousine für 11 935 Mark zu haben, kostet das Cabriolet B bereits15 150 Mark und der feine Zweisitzer (Cabriolet A) 18 850 Mark. Die klassische Cabriolet-Kultur der Vorkriegszeit leuchtet noch einmal auf, als Mercedes-Benz im Jahr 1951 seine neue Repräsentationslimousine vorstellt, den Typ 300. Dieser ist auch mit einem Verdeck zu haben, und zwar als Cabriolet D – ein ausgesprochen stattliches Fahrzeug. Den Typ 300 S (W 188) dagegen bieten die Stuttgarter als Coupé, Cabriolet A und Roadster an.

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Aktualisiert: Freitag, 08. Januar 2010

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