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CLASSICS

Mercedes-Rekordfahrten: Need for Speed

Seit über 100 Jahren gibt Mercedes Vollgas
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Kaum war das Automobil erfunden, ging es auch schon um die Wurst: Wer ist wohl der Schnellste? Das Thema Geschwindigkeit faszinierte Autobauer und Autofahrer von Beginn an. Also wurde um die Wette gefahren. Meist gegen Gegner, oft aber auch gegen die Uhr. Immer vorne dabei: Die Autos mit dem Stern. Grund genug für uns, einen Blick auf die spektakulärsten Mercedes-Rekordfahrten zu werfen.

Blitzen-Benz: Nur Fliegen ist schöner?

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Auf diese Frage gibt der so genannte Blitzen-Benz 1909 eine klare Antwort. Sie lautet Nein. Denn wenn es um die reine Geschwindigkeit geht, macht das Hubraummonster (21,5 Liter!) jedes damalige Flugzeug zur lahmen Ente: Unter infernalischem Sound katapultiert sich der Blitzen-Benz am 8. November 1909 als erstes Automobil über die 200-km/h-Marke. Ein Rekord für die Ewigkeit – auch, wenn er acht Jahre später erstmals übertroffen wird. Am Steuer des Wagens sitzt seinerzeit Werksfahrer Victor Héméry. Auch seinem Mut ist es zu verdanken, dass der Blitzen Benz auf der Rennstrecke von Brooklands, England, auf exakt 202,7 km/h beschleunigen kann. Doch damit nicht genug: Héméry und sein Rekordwagen setzen noch weitere Bestmarken. Den Kilometer mit fliegendem Start absolvieren sie in 31 Sekunden, aus dem Stand sind es 41 Sekunden. Damals absolut unverstellbar – und heute irgendwie auch.

W 25 und W 125: Höllentempo auf öffentlichen Straßen

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Für seine Karriere als Rekordwagen bekommt der erfolgreiche Grand-Prix-Wagen W 25 eine aerodynamische Kanzel über dem Fahrersitz. Genau dort sitzt Rudolf Caracciola und fährt zum ersten Mal in seinem Leben über 300 km/h. Doch das ist nur der Anfang. Caracciola stellt mit dem 430 PS starken Rennwagen internationale Rekorde über den Kilometer, die Meile mit fliegendem Start und die Meile mit stehendem Start auf. 1934 beschleunigt er auf der Berliner Avus auf fast 312 km/h – ebenfalls ein Rekord.

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Dann kommt die Rekordversion des W 125. Seine Stromlinien-Karosserie hat so gut wie gar keinen Luftwiderstand, dafür leistet sein V-12-Motor 616 PS. Rudolf Caracciola weiß das zu nutzen und erzielt auf der Autobahn Frankfurt-Darmstadt fünf internationale Klassenrekorde und einen Weltrekord. Doch es geht noch schneller: Mit einer nochmals windschlüpfrigeren Karosserie (cW-Wert 0,157) und einem, dank Roots-Kompressoren, 736 PS starken V-12, erreicht Rudolf Caracciola am 28. Januar 1938 eine Höchstgeschwindigkeit von 432,7 km/h. Und das auf einer „handelsüblichen“ Autobahn!

W 154 und T 80: Eleganz und Bärenkräfte

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Vom W 154 entstehen 1939 gleich zwei Rekord-Versionen: Eine ist spezialisiert auf Bestwerte bei fliegendem Start, die zweite soll optimal aus dem Stand beschleunigen. Die Spezialisten enttäuschen ihre Erbauer nicht: Beim fliegenden Start werden 398,2 km/h für den Kilometer gemessen, beim Sprint mit stehendem Start sind es 175,1 km/h für den Kilometer. Die Optik-Wertung gewinnt aber der Sprinter. Mit seinen vollverkleideten Rädern und der charakteristischen Cockpit-Linie beweist er, dass Effizienz und Ästhetik keine Widersprüche sein müssen.

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Nicht weniger faszinierend sind die Formen des 8,24 Meter langen T 80. Was uns aber wirklich aus der Fassung bringt, ist sein Motor: Ein V-12-Flugmotor mit 44,5 Litern(!) Hubraum und 3500 PS(!!). Angesetzt ist der T 80 auf den bei 484 km/h liegenden Geschwindigkeitsweltrekord – doch er kommt durch den Zweiten Weltkrieg leider nicht zum Zug.

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Aktualisiert: Mittwoch, 18. November 2009

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