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CLASSICS

Mercedes-Benz Motorsport-Story Teil 3

Benz & Cie und der Rennsport
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Im Gegensatz zu vielen anderen Autopioniere stufte Carl Benz den Wert von Wettfahrten für die "Benzinkutschen" eher gering ein. Doch in seiner Firma denkt man anders über dieses Thema: Konnte man bei diesen Veranstaltungen mit Sensationscharakter nicht vor aller Augen die Leistungsfähigkeit der neuen Fortbewegungsart unter Beweis stellen? Und wie man das konnte! 13 Jahre, nachdem Carl Benz das Autos erfunden hatte, präsentierte sein jungens Unternehmen schon den ersten Rennwagen. Zwei weitere Highlights mit denen Benz & Cie in den Folgejahren für Aufsehen sorgen sollten sind der "Blitzen-Benz" (das erste Auto der Welt, das schneller als 200 km/h fuhr, und der stromliienförmige "Tropfen-Wagen" von 1923.

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Carl Benz erfindet 1886 das Automobil als Fortbewegungsmittel: Sein Kraftwagen ist ein technisches Meisterwerk, das den Alltag der Menschen verändern wird. An sportliche Wettbewerbe denkt der Mannheimer in den ersten Jahren dabei ganz ausdrücklich nicht, er steht ihnen sogar eher ablehnend gegenüber. Das ändert nichts daran, dass sich Benz Fahrzeuge mit dem Beginn der Wettfahrten im Starterfeld befinden. Schon 1894, beim ersten Automobilwettbewerb der Geschichte, Paris – Rouen, kommt ein Roger-Benz ins Ziel. Als der Firmengründer noch seine Kritik äußert, baut Benz & Cie. in Wirklichkeit seit zwei Jahren ausgesprochene Rennwagen. Treibende Kraft hinter diesem Engagement sind die Benz-Söhne Eugen und Richard.

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Das erste konsequent auf den Sport ausgelegte Automobil der Marke ist der Benz 8 PS Rennwagen von 1899, mit dem Fritz Held bei der Fernfahrt Frankfurt – Köln über eine Strecke von 193,2 Kilometern mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 22,5 km/h den Klassensieg und die Große Goldene Medaille erringt. Ein weiterer Benz 8 PS mit Emil Graf als Fahrer belegt den zweiten Platz. In dem 5,9 kW starken Wagen siegt 1899 außerdem Baron Theodor von Liebieg beim ersten Internationalen Rennen in Wien. Weitere Erfolge mit dem mittlerweile auf 8,8 kW leistungsgesteigerten Motor gibt es 1899 durch Fritz Held als Zweitplazierten bei der Fahrt Innsbruck – München und Berlin – Leipzig, aus der er zusammen mit Richard Benz als Sieger für die kürzeste Fahrzeit hervorgeht. Auch in Amerika verzeichnet Benz Erfolge: Oscar Mueller kommt als einziger Fahrer bei der ersten Automobilwettfahrt der USA am 2. November 1895 von Chicago nach Vaukegan und zurück nach mehr als acht Stunden ins Ziel, bei einem weiteren Wettbewerb wenige Wochen später belegt er den zweiten Platz.

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In den Jahren 1900 und 1901 bietet Benz & Cie. im Verkaufsprogramm einen aus dem Rennwagen vom Typ 8 PS abgeleiteten Benz 16 PS Produktionsrennwagen zum Preis von 15 000 Mark an. Bei diesem Fahrzeug ist die Leistung des Zweizylinder-Boxermotors („Contra“-Motor) bereits auf 12 kW gestiegen. Er hat eine Zentralölung, eine Wasserpumpe sowie ein Zahnrad-Vorgelege mit vier Übersetzungen und einem Rückwärtsgang. Schon bei seinem ersten Einsatz in der Gebirgsfahrt Eisenach – Oberhof – Meiningen – Eisenach im Jahr 1900 kommt der Wagen unter Fritz Scarisbrick aus Hanau mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 30,1 km/h auf den zweiten Platz. Beim Wettbewerb Mannheim – Pforzheim – Mannheim zur Erinnerung an die Fahrt von Bertha Benz im Jahr 1888 gewinnt Fritz Held am 13. Mai 1900 auf einem Benz 16 PS.

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Georg Diehl entwickelt für Benz & Cie. ebenfalls 1900 den 15 kW starken Rennwagen Benz 20 PS mit einem Vierzylinder-Boxermotor, bei dem erstmals in einem Wettbewerbsfahrzeug der Marke eine schräg gestellte Lenksäule mit Steuerrad zum Einsatz kommt. Beim internationalen Bahnrennen in Frankfurt am 29. Juli 1900 über eine Distanz von 48 Kilometern siegt der 25jährige Benz-Chefmechaniker Mathias Bender auf diesem Wagen. Seine Fahrzeit ergibt eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 47,5 km/h – und liegt damit gerade eben noch unter der Grenze von 50 km/h, die Carl Benz als Höchstgeschwindigkeit für sicheres und vernünftiges Fahren bezeichnet. Den zweiten Platz belegt Scarisbrick auf dem Rennwagen Benz 16 PS mit Zweizylinder-Motor. Die Erfolge des Jahres 1900 lassen sich mit diesen Wagen in der Folgezeit allerdings nicht mehr fortsetzen, weil die Konkurrenz der DMG aus Cannstatt mit dem neuen Mercedes einfach zu stark ist.

1903: Benz bekennt sich zum Rennsport

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Grand Prix Benz 1908

Die Unstimmigkeiten zwischen Carl Benz und seinem Partner Julius Ganß über die Ausrichtung der Modellpalette führen 1902 dazu, dass ein zweites Konstruktionsbüro unter der Leitung des Franzosen Marius Barbarou bei Benz & Cie. in Mannheim eingerichtet wird. Aufgabe der Mannschaft ist es unter anderem, einen modernen Rennwagen als Konkurrenten des Mercedes zu bauen. Barbarou entwirft den Rennwagen Benz 60 PS Parsifal in konsequenter Leichtbautechnik: Das Fahrzeug wiegt 782 Kilogramm, insbesondere der Motor ist sehr leicht im Vergleich zu den Mercedes-Maschinen. 1903 kommt das Fahrzeug mit einem Vierzylindermotor von 11,2 Liter Hubraum nur einmal bei einem Langstreckenrennen zum Einsatz: Barbarou selbst steuert den Parsifal im Mai 1903 beim Rennen Paris – Madrid bis nach Bordeaux, wo der Wettbewerb wegen zahlreicher Unfälle abgebrochen wird. Am 19. Juni 1903 gewinnt Barbarou dann mit einer Leichtbau-Ausführung des Parsifal-Rennwagens das Kilometerrennen von Huy in Belgien mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 119,8 km/h.

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Grand Prix Benz 1908

Die Reibungsverluste in der Unternehmensführung von Benz & Cie. verringern sich nach dem Ausscheiden von Carl Benz 1903 und seinem Wiedereintritt als technischer Berater 1904 deutlich. So steht 1905 im Zeichen der Konsolidierung des Modellprogramms und der Entwicklung neuer Fahrzeuge. Im Jahr 1906 entsteht der neue Hochleistungsrennwagen Benz 38/60 PS mit 8,9-Liter-Motor und 44 kW Leistung. Bei der Targa Florio, die im April 1907 zum zweiten Mal durchgeführt wird, gelingt es den drei Benz-Fahrern Fritz Erle, Paul Spamann und Herzog von Bojano, den Mannschaftspreis der Regelmäßigkeit auf diesem Fahrzeug zu gewinnen. Mit einer Zeit von 9:11:15 Stunden kommt Erle zudem auf den 15. Platz im Gesamtklassement. Zugleich sind das Belege, dass sich die Einstellung von Benz & Cie. zum Rennsport gegenüber der Jahrhundertwende deutlich verändert hat.

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Aktualisiert: Dienstag, 06. April 2010

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