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CLASSICS

Mercedes-Benz Baureihen: W 202 - die erste C-Klasse

Mit der Baureihe W 202 wurde die Mercedes-Kompaktklasse in C-Klasse umbenannt
Bild: 'Mercedes Benz Baureihe W202 2 202 C-Klasse CDI T-Modell C43 AMG02.jpg'

Zugegeben, ein Klassiker will die C-Klasse ja erst noch werden. Aber mal ehrlich, wer zweifelt denn daran, dass sie einer wird? Unter dem neuen Namen C-Klasse stellt Mercedes-Benz den Nachfolger des Typ 190 im Mai 1993 vor. Die Gattungsbezeichnung der Baureihe W 202 passt zu S-Klasse (die seit 1972 so heißt) und E-Klasse (sie bekommt diesen Namen freilich erst im Sommer 1993).
Also Bühne frei für die neue C-Klasse, die an den Erfolg des Baby-Benz in der Kompaktklasse nahtlos anknüpfen konnte.


Die Typenbezeichnung der Kompaktklasse entspricht nun dem übrigen Mercedes-Benz Standard: Eine dreistellige Zahl gibt den Hubraum an, davor steht der Buchstabe C, der die Herkunft des Fahrzeugs aus der Baureihe erklärt. Das E für Einspritzmotoren entfällt, denn diese Technik wird in den mit Benzinmotoren ausgerüsteten Personenwagen von Mercedes-Benz seit drei Jahren ohnehin ausschließlich verwendet. Und die Dieselmodelle tragen nun den Schriftzug „Diesel“ statt nur eines großen D. Gegenüber seinem Vorgänger tritt das neue Fahrzeug mit weicheren Formen außen und deutlich mehr Platz im Innern sowie verbesserten Merkmalen bei aktiver und passiver Sicherheit an. Der Komfort wird bei fast unveränderten Außenmaßen merklich gesteigert. Im Einzelnen zählen nun zur Serienausstattung: Fullsize-Fahrer-Airbag, integraler Seitenaufprallschutz, ABS, Servolenkung, Fünfgang-Getriebe und Zentralverriegelung. Dennoch haben sich die Preise gegenüber dem Typ 190 nur wenig verändert.

T-Modell: Ein Kombi für die Mercedes-C-Klasse

Bild: 'Mercedes Benz Baureihe W202 2 202 C-Klasse CDI T-Modell C43 AMG04.jpg'

Konsequent erweitert Mercedes-Benz für die C-Klasse das Angebot an Karosserie- und Ausstattungsvarianten: Neben die 1993 vorgestellten Limousine tritt 1996 das T-Modelle der C-Klasse. Diese Baureihe S 202 ist ein sportlich-kompakter Ladekünstler, der sich der Limousine in Sachen Sicherheit, Komfort und Umweltverträglichkeit ebenbürtig zeigt. Mit einem Laderaumvo­lumen zwischen 465 Liter (Beladung bis zur Sichtkante der Heckscheibe bei fünf Passagieren) und 1510 Liter (maximale Beladung bis unter das Dach) markiert das T-Modell einen neuen Spitzenwert in dieser Fahrzeugklasse und setzt Maßstäbe. Entsprechend hoch ist aber auch der Sicherheitsstandard: Beim Frontalaufprall verhält sich das T-Modell wie die Limousine, bei einem Heckaufprall übertrifft es deren hohes Sicherheitsniveau sogar noch. Weitere konstruktive Maßnahmen erhöhen den Schutz bei einem Seitenaufprall.

Baureihe W 202 mit verschiedenen Ausstattungslinien

Bild: 'Mercedes Benz Baureihe W202 2 202 C-Klasse CDI T-Modell C43 AMG09.jpg'

Eine Neuerung stellt auch das Konzept verschiedener Design- und Ausstattungslinien dar: Neben der klassischen Version, die von 1995 an den Namen CLASSIC trägt, gibt es die drei Varianten ESPRIT, ELEGANCE und SPORT zur Auswahl. Am beliebtesten sind die Ausstattungsvarianten CLASSIC und ELEGANCE: Jeweils gut ein Drittel der verkauften Fahrzeuge entfallen auf diese Versionen.
ESPRIT richtet sich besonders an junge Kunden: Die Karosserie ist um 25 Millimeter tiefergelegt, die Fahrzeuge punkten mit einem farbig-frischen Interieur. ELEGANCE verbindet eine deutlich reichhaltigere Ausstattung der Modelle mit farblich auf den Lack abgestimmte Schutzleisten sowie Chromeinlagen an verschiede­nen Teilen wie Radzierblende, Schutzleiste und Türgriff. Dazu kommen vorn farblose Deckgläser für die Blinker und hinten bichromatische Rückleuchten. SPORT ist gleichfalls 25 Millimeter tiefergelegt, hat ein straffer abgestimmtes Fahrwerk und kommt serienmäßig auf Breitreifen mit Leichtmetallfelgen im Fünfloch-Design daher.

Bild: 'Mercedes Benz Baureihe W202 2 202 C-Klasse CDI T-Modell C43 AMG14.jpg'

AMG bietet außerdem ein Ausstattungspaket für die neue C-Klasse, das die dynamische Erscheinung des Fahrzeugs weiter erhöht. Dazu zählen ein tiefergelegtes Sportfahrwerk, Leichtmetallräder im AMG-Design, modifizierte Front- und Heckschürzen sowie dezente Seitenschweller. Dieser Vielfalt der Ausstattungen steht bereits beim Start der Baureihe W 202 auch ein umfangreiches Typenprogramm mit vier Benzinern und drei Dieselmodellen gegenüber: Der C 180 leistet 90 kW (122 PS), der C 200 ist 100 kW (136 PS) stark, der C 220 hält 110 kW (150 PS) bereit, und der C 280 schöpft aus seinem Reihensechszylinder 142 kW (193 PS). Bei den Selbstzündern ist der C 200 Diesel mit 55 kW (75 PS) das Einstiegsmodell, gefolgt vom C 220 Diesel mit 70 kW (95 PS) und dem C 250 Diesel mit 83 kW (113 PS). Diese respektable Flotte bietet beim Start der neuen Baureihe 1993 erheblich mehr Auswahl als bei der Premiere der ersten Kompaktklasse-Limousine elf Jahre zuvor. Die meisten Ottomotoren sind eng verwandt mit den Vierventil-Aggregaten, die seit Oktober 1992 in der Baureihe 124 arbeiten. Völlig neu konstruiert wird nur der Motor des C 180 mit Vierventiltechnik und elektronischer Einspritzanlage samt P-Motorsteuerung. Von den Dieselmotoren übernehmen die Konstrukteure das Zweiliter-Aggregat aus der Vorgängerbaureihe.

Vierventil-Technik für Dieselmotoren

Bild: 'Mercedes Benz Baureihe W202 2 202 C-Klasse CDI T-Modell C43 AMG21.jpg'

Eine Weltpremiere stellen die neu entwickelten Motoren OM 604 (2155 Kubikzentimeter Hubraum) und OM 605 (2497 Kubikzenti­meter Hubraum) dar: In diesen Aggregaten etabliert Mercedes-Benz die Vierventil-Technik für Dieselmotoren. Damit bringen die Stuttgarter die Dieseltechnik entscheidend voran. Denn der Einsatz von vier statt zwei Ventilen je Zylinder ermöglicht ein erhöhtes Drehmoment- und Leistungsangebot über einen deutlich erweiterten Drehzahlbereich. Gleichzeitig sinkt der Kraftstoff­verbrauch bei Volllast um bis zu 8 Prozent. Wegen des verbesserten Ablaufs der Verbrennung verringert sich außerdem die Partikelemission um rund 30 Prozent. Abgasrückführung und Oxidationskatalysator sind serienmäßig.

Bild: 'Mercedes Benz Baureihe W202 2 202 C-Klasse CDI T-Modell C43 AMG26.jpg'

Nach oben rundet der im September 1993 auf der IAA in Frankfurt/Main vorgestellte C 36 AMG das erste Modelljahr der C-Klasse ab. Angetrieben wird das Topmodell der Baureihe von einem 206 kW (280 PS) starken Sechszylinder-Aggregat mit 3606 Kubikzentimeter Hubraum und Vierventiltechnik, das AMG aus dem bewährten 3,2-Liter-Motor entwickelt. Die Serienproduktion des C 36 AMG läuft Anfang 1994 an. Die elegant gezeichnete C-Klasse kommt bei Kunden wie Fachleuten gut an. Bereits im Februar 1995 rollt der 500.000. Wagen vom Band. Im September des gleichen Jahres stellt Mercedes-Benz auf der IAA das überarbeitete Modellprogramm der Baureihe vor. Die Ausstattungsline CLASSIC wird dabei als vierte Variante in den Katalog aufgenommen. Die Fahrzeuge aller Lines erhalten ein verbessertes Interieur und werden einheitlich mit Reifen der Dimension 195/65 R 15 ausgerüstet. Gleichzeitig wächst die vordere Spurweite um 6 Millimeter.

C-Klasse versuchsweise unter Strom

Bild: 'Mercedes Benz Baureihe W202 2 202 C-Klasse CDI T-Modell C43 AMG18.jpg'

Auf die Tugend der eigenen Geschichte besinnt sich die Stuttgarter Marke 1995 mit der Vorstellung des Typs C 230 Kompressor: Nach mehr als 50 Jahren stattet Mercedes-Benz wieder Fahrzeuge mit einem Roots-Gebläse aus. Der Kompressor beatmet den 142 kW (193 PS) starken Ottomotor und verhilft ihm zu den gleichen Leistungsdaten wie dem Sechszylinder-Modell C 280. Die Aufladung sorgt vor allem für ein deutlich erhöhtes Drehmoment über einen breiten Drehzahlbereich. Das bringt ein ausgezeichnetes Beschleunigungsvermögen und hohe Elastizität, ohne dabei den Kraftstoffverbrauch oder die Schadstoff-Emissionen stark ansteigen zu lassen. 1995 erprobten die Daimler-Benz Forscher in einer C-Klasse auch erneut den Elektroantrieb.

Für den Export des Mercedes wird eine Zweiliter-Variante des Kompressormotors entwickelt

Bild: 'Mercedes Benz Baureihe W202 2 202 C-Klasse CDI T-Modell C43 AMG10.jpg'

Einen aufgeladenen Motor präsentiert Mercedes-Benz auch im Dieselbereich: Der C 250 Turbodiesel ist der erste Turbodiesel-Pkw mit Vierventiltechnik und Ladeluftkühlung. Das neue Modell, dessen Triebwerk aus dem bewährten Vierventil-Saugmotor entwickelt wird, zählt mit einer Leistung von 110 kW (150 PS) und einem maximalen Drehmoment von 280 Newtonmeter, das bereits von 1800/min an zur Verfügung steht, zu den kraftvollsten Selbstzündern seiner Klasse. Es zeichnet sich durch sparsamen Kraftstoffverbrauch und geringen Schadstoffausstoß aus. Mit Erscheinen des neuen Turbodiesels werden C 200 Diesel und C 250 Diesel aus dem Inlands-Verkaufsprogramm genommen. Im Juni 1996 gibt es zwar wieder einen C 200 Diesel, allerdings mit einem neuen, 65 kW (88 PS) starken Zweiliter-Vierventil-Motor. Gebaut wird das Modell nun ausschließlich für den portugie­sischen Markt.

Bild: 'Mercedes Benz Baureihe W202 2 202 C-Klasse CDI T-Modell C43 AMG19.jpg'

Eine Spezialausführung für Taxis liefert Mercedes-Benz von August 1996 an auf Basis des C 220 Diesel. Er erhält einen leistungsreduzierten Motor mit 55 kW (75 PS), der für den Betrieb mit dem alternativen Treibstoff Pflanzenölmethylester optimiert ist. 1996 löst der C 230 den C 220 ab, die anderen Vierzylinder-Ottomotoren werden modifiziert und vereinheitlicht. So erhalten nun auch das 1,8-Liter-Triebwerk und der 2-Liter-Motor eine Einspritzanlage, die das HFM-System mit Heißfilm-Luftmassen­messer statt der seitherigen P-Motorsteuerung einsetzt. Beide Aggregate bekommen außerdem während des Betriebs verstellbare Einlassnockenwellen. Diese Veränderungen und die ab August 1996 angebotene Fünfgang-Automatik ermöglichen eine Senkung des Kraftstoffverbrauchs, leisere Motorgeräusche, eine weitere Erhöhung von Zuverlässigkeit und Lebensdauer sowie eine Reduzierung der Wartungskosten.

Das erste T-Modell der C-Klasse

Bild: 'Mercedes Benz Baureihe W202 2 202 C-Klasse CDI T-Modell C43 AMG05.jpg'

Neuland beschreitet Mercedes-Benz 1996 in der C-Klasse nicht nur technisch, sondern auch durch die Ausweitung der Karosseriefor­men: Erstmals stellen die Stuttgarter in der Kompaktklasse ein sportliches Kombi-Fahrzeug vor. Wie die Limousinen ist das T-Modell in den Design- und Ausstattungslines CLASSIC, ELEGANCE, ESPRIT und SPORT lieferbar. Der Ladekünstler wird zusammen mit der Limousine im Werk Bremen gebaut. Zur Wahl stehen zunächst drei Benzin- und zwei Dieselaggregate: C 180, C 200, C 230 und C 220 Diesel sowie C 250 Diesel. Ergänzt wird das Angebot durch die Exportmodelle C 200 Kompressor und C 200 Diesel. Das T-Modell erhält im Mai 1996 bereits die überarbeiteten Motoren, die in der Limousine erst von August an zum Einsatz kommen. Im gleichen Monat stellen die Stuttgarter auch ihre Taxiversion des C 220 Diesel mit Pflanzenölmethylester-Motor als T-Modell vor.

Mit nur einem "KLICK" die Mercedes W 202 Baureihen-Story...,

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Aktualisiert: Freitag, 15. Juli 2011

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