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Mercedes-Benz Baureihen: Die W114 / W115 „Strich-Acht“

Kein Strich durch die Rechnung – Der zuverlässige Mercedes Oldtimer mit einer Stückzahl von knapp 2 Millionen.
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Aus der Ära der Heckflossen hervorgehend, setzten die Baureihen der W115 und 114 eine klare Abgrenzung gegen die Einheitskarosserie der Vorgänger. Sportlich, flott und dennoch elegant unterstreicht die „Strich-Acht“ genannte Reihe (Wenngleich alle Modelle des Jahres 1968 die hausinterne Bezeichnung „/8„ erhielten) die eigene Autonomie von vorhergehenden Baureihen – und bezeugt geradezu nebensächlich den Innovationswillen der Mercedes-Benz Ingenieure. Schon seit 1961, also sieben Jahre zuvor, planten die Entwickler die neue Baureihe der oberen Mittelklasse – als auf dem Markt gerade die „kleine Heckflosse“ Zulauf findet. Der Strich-Acht setzte Fundamente, die für spätere Maßstäbe setzen sollten für die später als E-Klasse ein benannten Nachfolger.

Sechs Modelle sollt ihr sein

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Zunächst umfasst die Modellpalette der „Strich-Acht“ sechs Limousinen: Die Vierzylindertypen 200, 220, 200 D und 220 D bilden die Baureihe 115. Die beiden Sechszylindervarianten 230 und 250 erhalten die Baureihenbezeichnung W 114 und zudem zur Unterscheidung eine Kühlermaske mit einem grobmaschigerem Gitter, wie es seit 1968 auch die Typen 280 S und 300 SEL 6.3 tragen. Als Spitzenmodell unterscheidet sich der Mercedes-Benz 250 von den anderen Typen durch seine Doppelstoßstange vorn. Die Nachfrage war für alle Typen von Beginn an groß und sorgt bald für lange Lieferzeiten.

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Chefingenieur Nallinger legt schon 1960 wichtige Eckpunkte für das kommende Fahrzeug fest: Die Konstruktion soll im direkten Vergleich zum Oberklasse-Typ deutlich kompakter ausfallen als es bisher der Unterschied zwischen Vier- und Sechszylindervarianten der Einheitskarosserie erlaubt. Entsprechend wichtig ist bei kleineren Außenmaßen die gute Raumökonomie der Fahrgastzelle. Die Form soll in schlichter Eleganz zeitlos sein.

Gutmotorisierte Limousinen der oberen Mittelklasse

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Zunächst tritt der neue Mercedes-Benz mit sechs Limousinen an. Die Typen 200 und 220 werden vom neuen Vierzylinder-Vergasermotor M 115 mit zwei Liter Hubraum
(70 kW/95 PS) beziehungsweise 2,2 Liter Hubraum (77 kW/105 PS) angetrieben. In den Diesel-Varianten 200 D und 220 D arbeitet der ebenfalls neue Motor OM 615 in einer Zweiliter-Version mit 40 kW (55 PS) respektive einer 2,2-Liter-Variante mit 44 kW (60 PS) Leistung. Der 2,3-Liter-Reihensechszylinder M 180 des Typ 230 ist bereits aus dem Vorgängermodell bekannt, er leistet wie in der Heckflosse 88 kW (120 PS). Neu in die Motorenpalette kommt der 2,5-Liter-Reihensechszylinder M 114, der 96 kW (130 PS) mobilisiert.

Bewährtes mit neuem Verbinden

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Bei den neuen Motoren beider Baureihen setzt Mercedes-Benz auf bewährte Technik: Die Vierzylindertypen 200 und 220 (M 115) erhalten Stromberg-Horizontalvergaser, der Sechszylinder der Typen 230 (M 180) und 250 (M 114) erhält zwei Zenith-Fallstrom-Registervergaser. Die Vierzylinderaggregate erweisen sich als so zuverlässig, dass auch die 1976 folgende Baureihe 123 zunächst mit den Motoren M 115 und OM 615 ausgestattet wird.

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Das hervorstechende konstruktive Detail der neuen Baureihe liegt unter dem Kofferraum: Die Strich-Acht-Typen sind mit der sogenannten „Diagonal-Pendelachse“ ausgestattet. Damit hat nun erstmals ein Mercedes-Benz Serien-Pkw eine Schräglenker-Hinterachse. Die Diagonal-Pendelachse hat unter anderem Gummi-Zusatzfedern und einen serienmäßigen Drehstab-Stabilisator. Gegenüber den Vorgängermodellen bringt die neue Achse deutlich verbesserte Fahreigenschaften, ohne dass dabei Einbußen beim Fahrkomfort entstehen. Die verbesserten Fahreigenschaften erkennen auch internationale Automobiljournalisten, die im Dezember 1967 zu einem ersten Fahrtest auf die alte Strecke der Targa Florio nach Sizilien eingeladen werden. Schnee, Glatteis und die schmalen Bergstraßen der Madonie verlangen dem Fahrwerk viel ab, doch der Strich-Acht bewährt sich hervorragend.

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Aktualisiert: Samstag, 12. September 2009

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