CLASSICS
Mercedes-Benz Baureihen: W140 „S-Klasse“ (1991-1998)
Groß und gut: Beim W140 durfte „S“ gern auch mal etwas mehr sein.
Im Oktober 1992 kamen die Typen 300 SE 2.8 und 300 SD Turbodiesel hinzu. Angetrieben wurde der Mercedes 300 SD vom 3,5-Liter-Sechszylinder der Baureihe W126, der in überarbeiteter 150 PS mobilisierte. Die zweite Neuvorstellung, der 300 SE 2.8, bot wie der 300 SE den bekannten Sechszylinder-Reihenmotor (M104).
Im Juni 1993 modifizierte Mercedes-Benz die Typenbezeichnungen des W140. Zusätze wie „E“, „D“ und „L“ entfielen. Insofern dokumentiert das Typenschild nurmehr die Klassenzugehörigkeit („S“) und den Hubraum.
Neuer Look
1994 kam die Mercedes S-Klasse mit einer dezent überarbeiteten Stilistik daher. Außerdem erhielten die Sechszylinder- und Achtzylindermodelle umgestaltete Kühlergitter. Die V12 Motoren erhielten als Spitzenmodelle der Baureihe eine eigenständige Ausführung. Auch die Heckpartie wurde überarbeitet und erschien jetzt breiter und tiefer. Ab Mai 1995 war auf Wunsch die sensorgesteuerte Ultraschall-Einparkhilfe „Parktronic“ lieferbar. Zum gleichen Zeitpunkt nahm Mercedes die nun nicht mehr erforderlichen Peilstäbe in den hinteren Kotflügeln aus dem Programm.
Sondermodelle für Präsidenten...
Seit September 1995 konnten die Achtzylinder- und Zwölfzylindermodelle con Mercedes technische Verbesserungen vorweisen. Im gleichen Monat stand nun auch ESP optional zur Verfügung. Ebenfalls im Herbst 1995 debütierte der S 600 lang Pullman – eine repräsentative Staatslimousine mit Sonderschutztechnik. Das Folgejahr brachte weitere Aufwertungen in technischen (z.B. 5-Gang-Automatikgetriebe mit Wandler-Überbrückungskupplung und Antriebs-Schlupf-Regelung „ASR“) sowie optischen Belangen (Anbauteile in Wagenfarbe). Im Juni 1996 löste der S 300 Turbodiesel (serienmäßig mit dem elektronisch gesteuerten 5-Gang-Automatikgetriebe) den S 350 Turbodiesel ab.
...und Päpste
Ein Jahr darauf bereicherte eine weitere Variante die Baureihe W140: der Mercedes S 500 lang Landaulet, eine Einzelanfertigung für Papst Johannes Paul II. Das Verdeck des Landaulets war so ausgelegt, dass es in geschlossenem Zustand eine rund 50 mm größere Dachhöhe aufwies als die Limousine der Serie. Zu den Sonderausstattungen des neuen Papamobils gehörten neben dem Landaulet-Aufbau mit Verdeck und Haltegriffen noch ein Einzelsitz im Fond, eine Kommunikationsinstallation, eine Trennwand sowie eine Ikone der Heiligen Maria.
Schließlich lief im Herbst 1998 die Produktion des W140 aus. Lediglich die Produktion der Sonderschutz-Versionen und der Pullman-Limousinen wurde fortgeführt. Bis September 1998 fertigte Mercedes insgesamt 406.532 Limousinen und 26.022 Coupés der Baureihe W140.
GALERIE: MERCEDES-BENZ BAUREIHEN: W140 „S-KLASSE“ (1991-1998)
Mercedes-Fans-Facts:
W140 „S-Klasse“
Baujahr: 1991-1998
Motoren: Siehe Tabelle
Technische Daten: hier Modell 300 SD
Karosserie: selbsttragende Ganzstahlkarosserie
Fahrwerk: vorn Doppel-Querlenker, Schraubenfedern, Drehstab-Stabilisator, Gasdruck-Stoßdämpfer; hinten
Raumlenkerachse, auf Wunsch mit hydropneumatischer Niveau-Regulierung, Schraubenfedern, Drehstab-Stabilisator, Gasdruck-Stoßdämpfer
Bremsanlage: hydraulische Zweikreis-Bremsanlage mit Unterdruck-Bremskraftverstärker und Anti-Blockier-System; Scheibenbremsen vorn (innenbelüftet) und hinten
Räder: Stahlblech-Scheibenräder, auf Wunsch Leichtmetall-Scheibenräder, Felgen: 7,5 x 16
Reifen: 225/60 R 16 97 V; ab 01.1993: 235/60 R 16 100 V
Höchstgeschwindigkeit: 185 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h: 13,1 s
Radstand: 3040 mm
Länge: 5113 mm
Breite: 1886 mm
Höhe: 1492 mm; ab 1993: 1486 mm
Leergewicht: 1940 kg
Motor-Varianten
| Modellbezeichnung Ottomotoren |
Motor |
Leistung |
Drehmoment |
Bauzeitraum |
| 300 SE 2.8 |
M104 E 28 (2,8 l R6) |
145 kW (197 PS) |
270 Nm |
1992-1993 |
| S 280 |
|
142 kW (193 PS) |
270 Nm |
1993-1998 |
| 300 SE |
M104 E 32 (3,2 l R6) |
170 kW (231 PS) |
310 Nm |
1991-1993 |
| S 320 |
|
170 kW (231 PS) |
310 Nm |
1993-1998 |
| 400 SE |
M119 E 42 (4,2 l V8) |
210 kW (286 PS) |
410 Nm |
1991-1993 |
| S 420 |
|
205 kW (279 PS) |
400 Nm |
1993-1998 |
| 500 SE |
M119 E 50 (5,0 l V8) |
240 kW (326 PS) |
480 Nm |
1991-1993 |
| S 500 |
|
235 kW (320 PS) |
470 Nm |
1993-1998 |
| 600 SE |
M120 E 60 (6,0 l V8) |
300 kW (408 PS) |
580 Nm |
1991-1993 |
| S 600 |
|
290 kW (394 PS) |
570 Nm |
1993-1998 |
| Modellbezeichnung Dieselmotoren |
| 300 SD Turbo |
OM603 D35 (3,5 l R6) |
110 kW (150 PS) |
310 Nm |
1992-1993 |
| S 350 TD |
|
110 kW (150 PS) |
310 Nm |
1993-1997 |
| S 300 TD |
OM606 D30 (3,0 l R6) |
130 kW (177 PS) |
330 Nm |
1996-1999 |
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Kommentare: 3
Aktualisiert: Montag, 01. März 2010
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RichardG » Richard aus Zürich (57)
Ich begeistere mich noch jedes Mal, wenn ich die Garage aufmache um meinen Stadtflitzer rauszuholen, für meinen daneben ruhenden S 600 von 1998. So eine Präsenz! Mit einer Gesamtlaufleistung von 49000 km wird er entschieden zu wenig genutzt, aber wenn, dann richtig. Für die "normalen" grösseren Touren reicht unser S 420 voll aus. Den S 420 halte ich nach insgesamt gut 100000 W-140-Kilometern (S320, S 420 und S600) für den besten Kompromiss aus der W 140-Serie. Kein anderer Benz bietet mehr Gegenwert für die derzeitigen Gebrauchtwagenpreise. Da heisst es zugreifen, bevor sie ganz aussterben.
mb4life » Max aus Sandhausen (19)
Also ich für mich war der W140 das beste Auto der Welt von 1991 bis 1998 und besser als sein Ruf!
Kanzler » Rudolph aus Herten (41)
Ich finds wirklich mal gut einen gescheiten Bericht über den W140 ohne große Polemik zu lesen. Ich habe gestern abend noch die Artikel auf Motor-Talk dazu gelesen, da schwillt einem schon der Hals an!
Der W140 ist besser als sein Ruf, den vor allem die Neider runter gemacht haben.