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Mercedes-Benz Baureihen: W 28 (1936 bis 1939)

Mit dem 130 Nachfolger 170 H ging es bei Mercedes wieder von hinten los

Gutes Styling - geschmackvolles Design

Bild: 'Mercedes-benz Heckmotor, 170 H 170V W28 W25003.jpg'

Der Typ 170 H wies gegenüber dem Typ 130 eine deutlich gefälligere Karosserieform, diesmal jedoch mit einem aufgelegten Mercedes-Stern ohne Umrandung, auf. Als das Fahrzeug auf der IAMA der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, war die Optik des neuen Mercedes das Gespächsthema Nummer 1. So stand zum Beispiel in der Zeitschrift: „Motor und Sport“ geschrieben: „Hat sich nun das Publikum an die Form des Heckmotorwagens gewöhnt oder nicht? Wir jedenfalls finden an ihr nichts auszusetzen. Es ist ein moderner Wagen, auf den man stolz sein kann und durch dessen Besitz man der Welt kund tut ein moderner Mensch zu sein. Der neue Heckmotor(wagen) mit dem neuen vierzylindrigen 1,7 Liter Motor hat uns ausnehmend gut gefallen.“ Insgesamt vermochte der Typ 170 H mehr als Mercedes 130 gefallen. Das runde, in sich harmonisch abgeschlossenes Design kam gut an. Überzeugend gelungen waren die verbindenden Stilelemente im Bereich der Fenster, der B-Säule und der Längssicken, die eine Verbindung zu den anderen Limousinenkarosserien schufen und den Typ 170 H als Mitglied der großen Mercedes-Benz-Familie erkennen ließen.

Bild: 'Mercedes-benz Heckmotor, 170 H 170V W28 W25011.jpg'

Obwohl Mercedes 170 H rein äußerlich betrachtet recht kompakt wirkte, bot er im Innenraum mehr Platz als der Typ 170 V. Der Sichtkomfort nach vorn entsprach nahezu dem heutigen Standard. Auch die Gepäckunterbringung präsentierte sich gegenüber dem Typ 130 verbessert - auch wenn man die Koffer nach wie vor über die Rückenlehne der Fondsitzbank heben musste, um sie im Kofferraum zu deponieren. Der von außen zugängliche Kofferraum ist in dieser Fahrzeugkategorie eine Errungenschaft der Nachkriegszeit.

Überzeugender Federungs- und Geräuschkomfort

Bild: 'Mercedes-benz Heckmotor, 170 H 170V W28 W25005.jpg'

Der Mercedes 170 H verfügte über einen beachtlichen Federungs- und Geräuschkomfort sowie eine serienmäßigen Warmluftheizung. Zu dieser bemerkt der Test der „Allgemeinen Automobil-Zeitung“ (AAZ): „Zur Geräumigkeit kommt als wirklich sehr erfreuliche Seite die verstellbare Wagenheizung hinzu. Leider gibt es nur wenige und dann zumeist ausländische Wagen, die neben dem 170 H diese erfreuliche Einrichtung aufweisen.“ Diese Heizung war ein Nebenprodukt der vom Typ 150 übernommenen Pressluftkühlung. Hierbei drückte ein vom Motor angetriebenes „Turbogebläse“ Luft durch einen kleinen Wasserkühler. Ein Teil der angesaugten Luft wurde sowohl über den gekapselten Auspuffkrümmer als auch über den Schalldämpfer geleitet, bevor die nunmehr erhitzte Luft im Innenraum ankam. Die Heizung war übrigens regulierbar.

Bild: 'Mercedes-benz Heckmotor, 170 H 170V W28 W25014.jpg'

Der Heckmotor-Benz war übrigens schneller als der beliebtere Frontmotor-Bruder unterwegs - was vor allem die Fachpresse überrascht registrierte: „Motor und Sport“ berichtete fast euphorisch: „Obgleich der Wagen weit geräumiger als der 1,3 Liter Heckmotorwagen ist, hat er einen um nur 10 cm längeren Radstand und wiegt nur 30 kg mehr. Der Motor leistet 38 PS und somit erhalten wir jetzt ein Leistungsgewicht von 27,6 kg/PS, womit endlich Mercedes-Benz zu seiner unübertrefflichen Strassenlage nun auch noch eine Portion „Spruhtz“ bekommt, die viele sehr begrüßen werden.“ In dasselbe Horn stößt ein Jahr später der Kollege der „AAZ“ mit der Bemerkung: „Die Fahreigenschaften des 170 H werden unterstützt durch eine sehr ansehnliche Höchstgeschwindigkeit und ein durchaus befriedigendes Beschleunigungsvermögen. Die Höchstgeschwindigkeit über einen fliegenden Kilometer beläuft sich im Mittel von 4 Stoppungen auf 111,4 km/h, während der Kilometer mit stehendem Start mit 70,6 km/h zurückgelegt wurde.“

Bild: 'Mercedes-benz Heckmotor, 170 H 170V W28 W25008.jpg'

Der Mercedes 170 H erhielt 1938 eine Modellpflege. Er bekam doppelt wirkende Stoßdämpfer spendiert und die Armaturentafel enthielt jetzt zusätzlich je ein Rundinstrument für die Wasser- und Öltemperatur. Dennoch konnte sich Typ 170 H nicht gegen den Mercedes 170 V durchsetzen. Was mochten hierfür den Ausschlag gegeben haben? Entscheiden dürfte gewesen sein, dass der den Typ 170 V in deutlich mehr Karosserievarianten angeboten wurde und der Kunde somit eine größere Auswahl besaß. Ein weiterer Umstand, der den Erfolg des Typ 170 H nicht eben förderte, war der um 600 RM höhere Preis gegenüber dem Typ 170 V (4350 zu 3750 RM). Zwischen 1935 und 1939 wurden vom Mercedes 170 H gerade mal 1.507 Fahrzeuge gebaut - vom Frontmotortyp 170 V hingegen rollten 67.579 Fahrzeuge vom Band.

GALERIE: MERCEDES-BENZ BAUREIHEN: W 28 (1936 BIS 1939)

Mercedes-Fans-Facts:

Bild: 'Mercedes-benz Heckmotor, 170 H 170V W28 W25007.jpg'

Typ: Mercedes-Benz 170 H (Baureihe W 28)
Zylinder: 4 (Reihe)
Hubraum: 1.697 ccm
Leistung: 28 kW bei 3.400/min
Höchstgeschwindigkeit: 110 km/h
Produktionszeitraum: 1936 bis 1939

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Aktualisiert: Donnerstag, 02. September 2010

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