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Mercedes-Benz Baureihen: W 28 (1936 bis 1939)

Mit dem 130 Nachfolger 170 H ging es bei Mercedes wieder von hinten los
Bild: 'Mercedes-benz Heckmotor, 170 H 170V W28 W25012.jpg'

Dass Mercedes-Benz einmal ganz anders als heute in die Gänge kam, belegte die Heckmotor-Reihe W 25. Bei diesen kompakten Wagen handelte es sich um fortschrittliche Konstruktionen. Gleichwohl verlief der Verkauf schleppend. Recht bald meinte man die Ursache hierfür in der vergleichsweise geringen Leistung von 26 PS gefunden zu haben. Ein hubraumstärkere Variante sollte Fortsetzung des Heckmotorwagenbaus für Abhilfe sorgen. Der 1936 vorgestellte Mercedes 170 H wusste denn auch mit großem Fahrkomfort und ausgezeichnete Fahrleistungen zu überzeugen. Der ganz große Publikumserfolg blieb ihm aber ob seines recht hohen Verkaufspreises verwehrt.

Bild: 'Mercedes-benz Heckmotor, 170 H 170V W28 W25013.jpg'

Bereits 1933 wurde neben dem Mercedes-Benz 130 eine hubraumstärkere Variante mit 1,5 bis 1,6 Litern in Erwägung gezogen. Ein halbes Jahr später entschloss man sich dazu, dem 1,3-Liter-Mercedes tatsächlich bald eine 1,6-Liter-Serie folgen zu lassen. Im Februar 1936 debütierte dann auf der Internationalen Automobil- und Motorrad-Ausstellung in Berlin der Mercedes-Benz 170 H (W 28), der den Typ 130 ablöste, zusammen mit dem Parallelmodell Typ 170 V (W 136). Offiziell wurde nun das „H“ für „Heckmotor“ in der Typenbezeichnung verwendet; dieses Unterscheidungsmerkmal war erforderlich zur Abgrenzung des Heckmotorwagens vom hubraumgleichen Typ 170 V mit vorn eingebautem Motor. Der grundsätzlich zweitürige Typ 170 H war wie sein Vorgänger als Limousine und Cabrio-Limousine lieferbar. Ein offener Tourenwagen wurde nicht angeboten.

Bild: 'Mercedes-benz Heckmotor, 170 H 170V W28 W25006.jpg'

Klärend vorangestellt sei der Hinweis, dass die beiden 170er Baureihen bis kurz vor ihrer Vorstellung als 1,6-Liter-Wagen entwickelt worden waren und erst kurz vor Serienanlauf noch eine Hubraumerhöhung erhielten. Noch im März 1935 anlässlich einer Besprechung des Vorstands und zuständiger Direktoren über das Typenprogramm und die Fahrzeug-Dispositionen für die Ausstellungen in London und Paris 1935 sowie in Berlin im März 1936 wurden die Fahrzeuge der Baureihe W 136 für Berlin als solche mit 1,6-Liter-Motor bezeichnet. Das führte dazu, dass in den Wagenbüchern zahlreiche Nummerngruppen, für die Fahrgestelle bereits vorsorglich reserviert waren, mit einem roten Stempel „1,6 Ltr.“ versehen worden sind. Auf diesen Seiten wurden dann nach der kurzfristig erfolgten Hubraumerweiterung von 1598 Kubikzentimeter auf 1697 Kubikzentimeter die ersten Serien der neuen Fahrzeuge eingetragen, ohne allerdings den bereits vorhandenen Stempelaufdruck zu korrigieren. Beim Typ 170 H betraf dies die Fahrgestellnummern 118771 bis 118780 und 136776 bis 137775.

Bild: 'Mercedes-benz Heckmotor, 170 H 170V W28 W25002.jpg'

Der Vierzylindermotor des Typ 170 H entwickelte eine Leistung von 28 kW bei 3400/min und brachte das Auto auf eine Höchstgeschwindigkeit von 110 km/h. Zu den flotten Fahrleistungen trug neben der Karosseriegestaltung auch das geringere Fahrzeuggewicht aufgrund des kompakten Antriebsblocks und der nicht benötigten Kardanwelle bei, zugleich verbunden mit geringeren Kraftübertragunsverlusten. Das Fahrzeug verfügte im Unterschied zum Typ 170 V (Viergang-Getriebe) über ein Dreigang-Getriebe mit zuschaltbarem Schnellgang, genau wie der Typ 130, das aber nun als Viergang-Getriebe bezeichnet wurde. Das wirkte sich auf die Gangreichweiten im Vergleich mit dem Typ 170 V allerdings nicht aus, da die Abstufung der Getriebe- und Achsübersetzungen so abgestimmt war, dass die Gangreichweiten trotz unterschiedlicher Getriebekonstruktionen mit denen des Typ 170 V fast identisch waren.

Bild: 'Mercedes-benz Heckmotor, 170 H 170V W28 W25001.jpg'

Das technische Konzept des Zentralrohrrahmens mit der hinteren Gabelung zur Aufnahme des Heckmotors entsprach grundsätzlich dem des Vorgängertyps Mercedes 130. Insofern erbte der 170 H die Tendenz zum Übersteuern; sie konnte aber durch eine sorgfältige Fahrwerkabstimmung deutlich gemindert werden. Vom Typ 170 V unterschied sich der Typ 170 H nicht nur durch seine avantgardistischer wirkende Karosserie, er bot auch bessere Fahrleistungen und seinen Insassen mehr Ruhe dank des geringeren Motorgeräusches des hinten liegenden Antriebsaggregats.

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Aktualisiert: Donnerstag, 02. September 2010

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