Ebenfalls 1961 kam die „Top-Flosse“ auf den Markt: der Mercedes 300 SE. Sein drei Liter großer Sechszylinder leistete für damalige Verhältnisse schier unfassbare 170 PS. Darüber hinaus bot diese Luxus-Limousine mit Servolenkung, Automatik und Luftfederung Annehmlichkeiten, von denen Otto-Normal-Fahrer nur träumen konnte.
Die erste Heckflossen-Arä endete 1965. Sie wurde abgelöst von der Baureihe 108/109 und von den weitergebauten Heckflossenmodellen 200, 200D, 230 und 230S. Gerade der 230 W110 ist heute sehr gesucht, weil er ein Wolf im Schafspelz ist mit seinem zunächst 105 PS, später 120 PS starken 6-Zylindermotor in der kleinen und leichten W110 Karosserie.
Und wie geht es der Heckflosse heute?
Ganz ausgezeichnet, wie Frank Kellewald, Beirat PR im Verein der Heckflossenfreunde (vdh) versichert: „In Deutschland sind bis heute gut 5000 Heckflossen zugelassen, doch es gibt eine hohe Dunkelziffer, da umgeschlüsselte Re-Importe und 07er-Fahrzeuge in der Statistik nicht auftauchen.“ Das Vergnügen, ein ehemaliges Oberklasse-Fahrzeug wie die Heckflosse zu bewegen, ist durchaus erschwinglich. „Für rund 10000 Euro bekommt man ein gutes, fast komplett originales Fahrzeug,“ sagt Frank Kellewald, „wer Wert auf absolute Originalität und Top-Zustand legt, muss allerdings tiefer in die Tasche greifen.“
Komfort zum Träumen
Und warum sollte man sein sauer Erspartes ausgerechnet in diesen Mercedes-Oldtimer investieren? Auch darauf hat Frank Kellewald eine Antwort: „Es gibt kaum etwas Schöneres, als eine entspannte Überlandfahrt mit einer Heckflosse. Sich auf einer Alleenstraße vom immer noch erstaunlichen Komfort des Fahrwerks verwöhnen zu lassen und dabei das Schiebedach oder zumindest alle Seitenscheiben zu öffnen, das ist schon ein ganz besonderes Erlebnis.“ Er muss es wissen, schließlich bewegt er selbst einen Mercedes 220 Sb, Baujahr 1965.
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