Während das große E, das ursprünglich für den Begriff Einspritzung steht, zunächst stets hinter der Typ-Zahl auftauchte, wandert es Mitte 1993 an die erste Stelle der Typenbezeichnung – die offizielle Geburtstunde der E-Klasse. Zwei Jahre später präsentiert Mercedes die nächste Generation. Mit der intern W210 getauften Modellreihe verstehen es die Stuttgarter perfekt, den Charakter der E-Klasse zu pflegen und gleichzeitig zu erweitern. Das zunächst vielfach diskutierte „Vieraugengesicht“ fügt sich schnell in den Verkehrsalltag ein, ohne in ihm unterzugehen.
Trotzdem ist es auch bei diesem Modell die Technik, die in den Blickpunkt rückt. 1997 erhält die E-Klasse eine neue V6-Motorengeneration sowie neue Sicherheitsfeatures. Dazu zählen der Bremsassistent (BAS); ASR und Sidebags für Fahrer und Beifahrer sind ab sofort serienmäßig.
In den Folgejahren setzt Mercedes das Technikfeuerwerk gekonnt fort, jedoch ohne jegliche Effekthascherei. Das Abstandsradar Distronic ist dabei ebenso richtungsweisend wie die erste Generation des so genannten „Pre-Safe“-Systems. Das „Intelligent Light System“, das die Ausleuchtung der Fahrbahn der jeweiligen Fahrsituation anpasst und das bei Vollbremsungen blinkende adaptive Bremslicht sind neuartige Beiträge zur Unfallverhütung.
Umwelt oder Außerirdisches – die E-Klasse im Dienst der guten Sache
Den Zeichen der Zeit folgend, trägt Mercedes auch dem erhöhten Umweltbewusstsein seiner Kunden Rechnung. Mit dem E 200 NGT erscheint erstmals ein Erdgas betriebenes Fahrzeug in der Modellpalette, und der seit 2008 angebotene E 300 Bluetec gilt als eines der saubersten und sparsamsten Dieselmodelle der Welt.
Von soviel technischer Kompetenz lassen sich selbst geheime Regierungsbehörden überzeugen: 2002 steigen die „Men in Black“ bei ihrem zweiten Kino-Abenteuer in eine pechschwarze E-Klasse-Limousine ein.
Auch in der Mittelklasse setzt sich Klasse durch
Was ist aber nun das Erfolgsgeheimnis, das die mittlere Mercedes-Baureihe über acht Generationen hinweg zur heutigen E-Klasse gemacht hat? Sind es die technischen Innovationen, die eigenständige Designsprache, die hohe Qualität? Der Schlüssel liegt vermutlich in der Kombination dieser Eigenschaften.
Die E-Klasse und ihre Vorgänger waren technisch immer auf dem neuesten Stand. Doch die eingebauten Innovationen hatten nicht das Ziel, technisch Machbares zu demonstrieren. Stattdessen stellten sie technisch Sinnvolles in den Dienst ihrer Fahrer. Eine E-Klasse war und ist niemals ein Spiegel des Zeitgeistes, sondern eher sein Destillat – fraglos modern, aber niemals modisch. Dies alles umgeben von einer Material- und Verarbeitungsqualität, die bis heute keinen Vergleich scheuen muss.
So hat die E-Klasse heute nur ein echtes Problem – und das ist der Name der Fahrzeugkategorie, in der sie sich bewegt. (Obere) Mittelklasse und E-Klasse, das passt irgendwie nicht zusammen. Denn ein Mercedes ist eh Klasse!
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