25 Jahre Mercedes W124 – Ein junger Klassiker
Die Baureihe W124 wird 25 – und damit zum Youngtimer.
Mercedes-Benz definiert seine Mittelklasse neu
Dieselmotoren mit neu konstruierten Vorkammern, die durch Schrägeinspritzung eine effizientere Verbrennung gewährleisten, stellt Mercedes-Benz im September 1988 für die Typen 250 D und 300 D Turbo vor. Das verringert den Partikelausstoß und steigert zugleich die Leistung. Alle Typen der Baureihe erhalten im September 1988 außerdem eine erweiterte Serienausstattung, zu der das Anti-Blockier-System ABS und ein beheizter rechter Außenspiegel gehören.
Im September 1989 zeigt Mercedes-Benz auf der IAA ein komplett überarbeitetes Modellprogramm der mittleren Klasse. Im Vordergrund der Modellpflege stehen die stilistische Überarbeitung der Karosserie und die Neugestaltung des Innenraums. Auffälligstes Erkennungsmerkmal der modellgepflegten Typen sind die seitlichen Flankenschutz-Leisten mit integrierten Längsschweller-Verkleidungen. Neu gestaltet ist zudem der Innenraum mit verbesserten Sitzen und zahlreichen Detailverbesserungen.
Das überarbeitete Typenprogramm der Baureihe W124 bietet fünf gänzlich neue Modelle. So gibt es für Limousine, Coupé und T-Modell nun den Dreiliter-Sechszylindermotor mit Vierventiltechnik und verstellbarer Einlassnockenwelle aus dem Typ 300 SL-24. Bei den Typen 300 E-24, 300 CE-24 und 300 TE-24 kann aufgrund der abweichenden Einbauverhältnisse aber nicht der gleiche Katalysator-Querschnitt wie im SL verwendet werden. Deshalb fällt die Nennleistung von 162 kW um 8,1 kW niedriger aus als im Sportwagen (170 kW).
Neben diesen neuen Topmodellen der Baureihe stellen die Stuttgarter 1989 als vierte Karosserie-Variante der mittleren Klasse die Limousine mit verlängertem Radstand vor. Damit gibt es nach vierjähriger Unterbrechung wieder eine Langversion im Verkaufsprogramm. Entwickelt wird der lange Aufbau in enger Zusammenarbeit mit der Firma Binz in Lorch, die dann auch in der Serienfertigung die Rohbauarbeiten durchführt.
Der Radstand wächst um 80 Zentimeter auf 3,60 Meter, die Gesamtlänge legt um das gleiche Maß zu. Im Gegensatz zu ihren Vorgängermodellen präsentieren sich die Typen 250 D lang und 260 E lang mit sechs Türen und einer vollwertigen mittleren Sitzbank, die hinsichtlich Sitztiefe und Lehnenhöhe der Fondsitzreihe nahezu gleichkommt. Die Serienproduktion der Langlimousinen beginnt im Mai 1990.
Topmodell 500E - erste E-Klasse mit V8-Motor
Auf dem Pariser Salon im Oktober 1990 fährt der Typ 500 E vor, der ausschließlich als Limousine erhältlich ist – er ist neues Topmodell der Baureihe 124 und zugleich die erste E-Klasse mit einem V8-Motor. Die Serienfertigung beginnt im Februar 1991. Äußerlich ist der Typ 500 E erst auf den zweiten Blick von seinen Schwestermodellen zu unterscheiden. Dafür sind die inneren Werte umso überzeugender: Der Neuling hat einen 240 kW starken Fünfliter-V8-Vierventilmotor, der auf dem bewährten Triebwerk des 500 SL basiert und geradezu atemberaubende Fahrleistungen ermöglicht. Mit dem serienmäßigen Viergang-Automatikgetriebe erreicht die Limousine aus dem Stand in 5,9 Sekunden 100 km/h, die Höchstgeschwindigkeit wird bei 250 km/h automatisch abgeregelt. Die serienmäßige Ausstattung mit der Antriebs-Schlupf-Regelung ASR verhindert das Durchdrehen der Antriebsräder auch bei Vollgas.
Zu den Erkennungsmerkmalen des bei Porsche gebauten Typ 500 E gehören dezent verbreiterte Kotflügel, in die Frontschürze integrierte Nebelscheinwerfer sowie 16-Zoll-Leichtmetallräder im Achtloch-Design mit Breitreifen der Dimension 225/55 ZR 16. Die Karosserie ist im Vergleich zu den anderen Typen um 23 Millimeter tiefergelegt; zum Ausgleich der zuladungsbedingten Einfederung wird die Hinterachse serienmäßig mit hydropneumatischer Niveauregulierung ausgerüstet.
Im Juni 1992 läuft das 2.000.000ste Fahrzeug der Baureihe W124 vom Band. Nur wenige Wochen später erhält die mittlere Klasse erneut eine große Modellpflege. Diesmal legt Mercedes-Benz den Schwerpunkt auf Motor und Ausstattung. Die Benziner präsentieren sich mit einer gründlich überarbeiteten Motorenpalette, die komplett auf Vierventiltechnik umgestellt ist. Alle Vier- und Sechszylinder haben jetzt die gleiche Bohrung. Das erleichtert eine flexible und wirtschaftliche Fertigung.
Außer der neuen Motorenpalette für die Benziner umfasst die Modellpflege eine deutlich aufgewertete Serienausstattung für alle Modelle der mittleren Klasse. Zum serienmäßigen Lieferumfang gehören von Oktober 1992 an nun auch Airbag, Zentralverriegelung sowie elektrisch verstellbare Außenspiegel links und rechts. Außerdem werden die Vierzylindertypen ohne Aufpreis mit Fünfgang-Getriebe ausgerüstet.
Als Weltneuheit kommt 1993 die Vierventiltechnik bei den Fünfzylinder- und Sechszylinder-Diesel-Saugmotoren zum Einsatz. Das gewährleistet nicht nur ein erhöhtes Drehmoment- und Leistungsangebot, sondern senkt den Kraftstoffverbrauch bei Volllast um bis zu acht Prozent. Dazu wird die Partikelemission im Abgas durch den optimierten Verbrennungsablauf um rund 30 Prozent verringert.
Fertigung nach zwölf Jahren eingestellt
Im Juni 1995, zwei Jahre nach den letzten umfassenden Modellpflegemaßnahmen, stellt Mercedes-Benz die E-Klasse-Limousinen der Baureihe W210 vor, die Nachfolger der Baureihe W124. Die Produktion der Limousinen der Baureihe W124 endet kurze Zeit später, je nach Typ zwischen Juni und August 1995.
Das T-Modell wird noch bis 1996 gebaut. Auch von den Typen E 250 Diesel und E 220 produziert Mercedes-Benz bis 1996 ckd-Teilesätze („completely knocked down“ – vollständig demontiert) und schickt sie zur Montage nach Pune in Indien. Das Cabrio läuft sogar bis 1997 vom Band.
2,5 Millionen W124 - Mercedes Young Classics belebt die besten wieder!
Insgesamt entstehen im gut zwölfjährigen Produktionszeitraum 2.058.777 Limousinen, 340.503 T-Modelle, 141.498 Coupés, 6.343 Cabrios, 2.342 Limousinen mit langem Radstand und 6.398 Fahrgestelle mit Teilkarosserie für Sonderaufbauten: Das sind zusammen 2.555.861 Fahrzeuge.
Und zum 25. Geburtstag im Jahr 2009 tragen die ersten Fahrzeuge ganz offiziell den Rang des Youngtimers – als automobiles Kulturgut mit frischer Anmutung. Das spiegelt sich im Angebot von Mercedes-Benz Young Classics, wo Traumwagen wie die Typen E 500 und 300 CE auf Liebhaber für einen Ausflug in die Geschichte der Baureihe 124 warten.
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Kommentare: 1
Aktualisiert: Freitag, 06. November 2009
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mb4life » Max aus Sandhausen (19)
Das Cabrio ist bei dieser Baureihe sehr gut gelungen, ein echter Traumwagen.-Schade ist nur dass die Preise mittlerweile auch sehr stark angezogen haben. Oder auch nicht so schade, der eine oder andere dürfte ein 124er Cabrio wohl sein eigen nennen und freut sich über entspr. Wertzuwächse.