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CLASSICS

1980: Menschen, Würfel, Innovationen

Die Mercedes-Chronik des Jahres 1980
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1980 gibt Bob Marley sein letztes Konzert, während die Goombay Dance Band halb Deutschland mit „Sun of Jamaica“ begeistert. Die andere Hälfte hört „Another Brick in the Wall, Teil 2“ von Pink Floyd oder versucht den gerade erschienenen Zauberwürfel zu knacken. Im Berliner Zoo freut man sich über den ersten Panda (nicht Fiat, sondern Bär) und die Chinesische Mauer wird unter Denkmalschutz gestellt. Letzteres hätten einige Mercedes-Modelle auch verdient. Beispielsweise die in diesem Jahr endgültig abgelöste S-Klasse W 116 oder der Renn-SLC von AMG. Weitere Geschichten auf und abseits von vier Rädern erzählt unsere Chronik des Jahres 1980.

Generationswechsel in der S-Klasse

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Zum Modelljahr 1980 erfolgt ein Wechsel im Mercedes-Oberhaus, sprich in der S-Klasse: Der seit 1972 gebaute W 116 übergibt das Zepter an seinen Nachfolger, den W 126. Mercedes-Fans mit glänzendem Zahlengedächtnis werden nun vielleicht einwenden, dass die „Wachablösung“ doch bereits 1979 stattfand. Das stimmt und stimmt auch wieder nicht. Tatsächlich liefen einige Modelle des W 116 noch bis September 1980 in Sindelfingen vom Band. Der definitiv letzte von insgesamt 473035 Ausgaben der Baureihe 116 war ein 300 SD. Der W 116 setzte – typisch für die Mercedes S-Klasse – Maßstäbe bezüglich Sicherheit, Technik und Komfort.

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Sein Nachfolger kommt nicht minder innovativ daher. Seine beiden Karosserieversionen, normale und verlängerte Variante, besitzen einen cW-Wert von 0,37, was der neuen S-Klasse im Zusammenspiel mit gewichtsreduzierten Materialien zu einem Verbrauchsvorteil von 10 Prozent gegenüber dem W 116 verhilft. Die Motorenpalette der neuen S-Klasse, die im September 1979 auf der IAA ihre Premiere feiert, reicht anfangs vom 2,8-Liter-Sechszylinder mit Vergaser und 156 PS bis hin zum 5,0-Liter-V8 mit Benzineinspritzung und 240 PS.

Von Invasionen und Demonstrationen

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Wären doch nur mehr Plätze auf der Welt so sicher und ruhig, wie die erste Reihe in einer S-Klasse.

Der Afghanistan-Krieg, der uns bis heute beschäftigt, wird 1980 durch eine Großoffensive des sowjetischen Militärs weiter angefacht. Von dieser Invasion sind die USA alles andere als begeistert: Sie verhängen prompt Sanktionen gegen die Sowjetunion. Auch der Iran und der Irak kriegen sich in die Haare (Bärte?). Das Resultat ist der erste Golfkrieg.
In Deutschland muss es erst gar nicht zu einer kriegerischen Auseinandersetzung kommen. Für ordentlich Krawall reicht schon ein öffentliches Gelöbnis der Bundeswehr. Das jedenfalls nehmen Anhänger der Friedensbewegung in Bremen zum Anlass, um sich zünftig mit der Polizei zu prügeln.

Neue Benziner und ein Turbo-Diesel für den W 123

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Das Jahr 1980 ist für den W123 geradezu ein Jungbrunnen: Zahlreiche Modelle erhalten neue Motoren. So tritt der 200er dank des neuen M102-Vierzylinders ab sofort mit 109 PS an, derselbe Motor bringt es – erstmals mit einer Benzineinspritzung ausgerüstet – im 230 E sogar auf 136 PS.

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Eine noch heftigere „Leistungsexplosion“ findet bei den Dieseln statt. Im Oktober 1980 feiert der Mercedes-Benz mit Turbo-Diesel seine Deutschland-Premiere. Gut im Futter stehende 125 PS sind sowohl im 300 TD-Kombi, als auch in der 300 D-Limousine und im 300 CD-Coupe verfügbar – letztere werden ausschließlich für den US-Markt gebaut werden. Da viel Leistung (meist) auch viel Geld kostet, ist der Turbodiesel 1980 mit einem Grundpreis von 37200 DM fast das teuerste Modell der Baureihe. Lediglich das 280 CE-Coupe kostet noch 100 DM mehr. Von außen ist der neue Turbo-Diesel an seinen rechteckigen Breitwandscheinwerfern und den verchromten Lufteinlassgittern vor der Frontscheibe zu erkennen.

„Die Grünen“ kommen, andere Grüne räumen auf

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Dieser Mercedes ist grün lackiert, parkt im Grünen und hat vielleicht auch den "Grünen" gefallen: 300 SD mit (vergleichseweise) sparsamem Dieselmotor für den US-Markt.

1980 ist das Geburtsjahr einer neuen politischen Partei, die sich „Die Grünen“ nennen. Gegründet werden sie von Menschen, die (zu Recht) der Überzeugung sind, dass Ökologie eine größere Rolle in der Politik spielen sollte. Petra Kelly und Otto Schily gehören zu den prominenten Gründungsmitgliedern.
Anderswo, genauer gesagt im niedersächsischen Lüchow-Dannenberg, werden Grüne (Atomkraftgegner) von anderen Grünen (Polizei und Bundesgrenzschutz) aus ihrer „Republik Freies Wendland“ vertrieben. Die Republik, die im Wesentlichen aus einem selbstgezimmerten Dorf besteht, wird durch die Staatsgewalt aufgelöst.

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Aktualisiert: Freitag, 18. Juni 2010

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