STERNSTUNDE
SLS AMG Roadster: Technik-Highlights
Alle Details zu Motor, Getriebe, Fahrwerk und Bremsanlage
AMG, die Performance Marke von Mercedes-Benz Cars, präsentiert einen neuen Traumwagen: den SLS AMG Roadster. Zwei Jahre nach dem fulminanten Start des Flügeltürers auf der IAA 2009 folgt nun die offene Variante des Supersportwagens. Der Mercedes SLS AMG Roadster hat das Zeug seine Fahrer und jeden Automobil-Freund zu begeistern - zum Beispiel mit seinen technischen Feinheiten, die Mercedes-Fans.de
in diesem Special zusammen mit vielen neuen Bildern vom neuen Road-Star aus Affalterbach präsentiert.
Motor und Kraftübertragung: Achtzylinder-Saugmotor mit Transaxle-Doppelkupplungsgetriebe
Acht Zylinder und 6,3 Liter Hubraum in Frontmittelmotor-Anordnung, Hochdrehzahlkonzept, Trockensumpfschmierung und leistungsoptimierte Ansaug- und Abgasanlage: Wer die knapp zwei Meter lange Motorhaube des SLS AMG Roadster öffnet, blickt auf einen faszinierenden Hochleistungsmotor. Mit einer Spitzenleistung von 420 kW (571 PS) bei 6800/min und 650 Newtonmeter Drehmoment bei 4750 Umdrehungen ermöglicht der AMG 6,3-Liter-V8-Motor erstklassige Fahrleistungen. Von null auf 100 km/h beschleunigt der Roadster in 3,8 Sekunden, Tempo 200 ist nach 11,3 Sekunden erreicht. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 317 km/h (elektronisch begrenzt). In Verbindung mit dem DIN-Leergewicht von 1660 Kilogramm ergibt sich ein überaus attraktives Leistungsgewicht von nur 3,95 Kilogramm pro Kilowatt bzw. 2,9 Kilogramm pro PS.
Durch den gezielten Einsatz verbrauchsoptimierender Maßnahmen konnte ein Kraftstoffverbrauch von 13,2 Litern auf 100 Kilometer (NEFZ gesamt) erreicht werden. Die Kraftübertragung im SLS AMG Roadster übernimmt ein AMG Doppelkupplungsgetriebe mit sieben Gängen, das in Transaxle-Anordnung an der Hinterachse sitzt und über eine „Torque Tube“ starr mit dem Motor verbunden ist.
Die Kombination aus Hochdrehzahlkonzept und großem Hubraum verbindet das Beste aus zwei Welten: begeisternde Drehfreude und gleichzeitig hohe Durchzugskraft bei niedrigen Drehzahlen. Der Achtzylinder-Motor liefert bereits bei 2500 Umdrehungen 545 Newtonmeter an die Kurbelwelle, der Bestwert von 650 Newtonmetern steht ab 4750 Umdrehungen pro Minute zur Verfügung – mehr als bei allen anderen V8-Saugmotoren dieser Leistungs- und Hubraumklasse. Im Klartext: Der Achtzylinder ermöglicht dynamische Beschleunigung, schnelle Zwischenspurts und reinen Fahrspaß auf höchstem Niveau, genauso wie alltagstaugliches, gelassenes Fahren.
Die wichtigsten Motordaten des Mercedes SLS AMG Roadster im Überblick:
|
| Mercedes-Benz
SLS AMG Roadster | | Zylinderanordnung
| V8 |
|
Zylinderwinkel |
90° |
| Ventile
pro Zylinder |
4 |
| Hubraum
| 6208 cm3
| | Bohrung x Hub
| 102,2 x 94,6 mm
| | Zylinderabstand
| 109 mm |
|
Verdichtungsverhältnis |
11,3 : 1 |
|
Leistung |
420 kW (571 PS) bei 6800/min
| | Leistung pro Liter
| 67,6 kW (92,0 PS)
| | Max. Drehmoment
| 650 Nm bei 4750/min
| | Drehmoment pro Liter
| 104,7 Nm
| | Maximaldrehzahl
| 7200/min
| | Mitteldruck
| 13,16
bar |
| Motorgewicht
(trocken) |
205 kg |
| Leistungsgewicht
| 0,36 kg/PS
| | Kraftstoffverbrauch
nach NEFZ gesamt | 13,2 l/100 km |
| CO2-Emission
| 308 g/km
| | Beschleunigung 0-100
km/h |
3,8 s |
| Beschleunigung
0-200 km/h |
11,3 s |
| Höchstgeschwindigkeit
| 317 km/h*
|
*
elektronisch begrenzt.
Optimierte Zylinderfüllung durch neu konzipierte Ansaugluftführung
Die strömungsgünstige Gestaltung der Ansaugluftführung führt zu einer Reduzierung der Druckverluste, das Magnesium-Saugrohr verfügt über exakt aufeinander abgestimmte Schwingrohrlängen. Acht Ansaugtrichter mit je 290 Millimeter Länge und 51,5 Millimeter Durchmesser versorgen die Brennräume mit Frischluft. Hinter den Luftfiltern mit knapp 9500 Kubikzentimeter Volumen sitzen zwei Drosselklappen mit 74 Millimeter Durchmesser. Ihre elektronisch geregelte Verstellung vollzieht sich blitzschnell: Bis die beiden Drosselklappen maximal geöffnet sind, vergehen nur 150 Millisekunden. Das Resultat: ein begeisternd agiles Ansprechverhalten. Zwei hinter den Luftfiltern angeordnete Heißfilm-Luftmassenmesser versorgen die Motorelektronik mit den nötigen Informationen über Temperatur und Dichte der angesaugten Luftmasse.
Ein besonderes Merkmal des V8-Motors ist der aufwendige Ventiltrieb, der Anleihen bei den kraftvollen AMG Rennmotoren macht. Die 32 Ventile in den Zylinderköpfen werden mit Tassenstößeln betätigt. Ihre platzsparende Bauweise erlaubt einen steifen Ventiltrieb und damit hohe Drehzahlen bei gleichzeitig großen Ventilöffnungsquerschnitten, wovon die Leistungs- und Drehmomentausbeute profitieren. Die groß dimensionierten Einlassventile haben einen Durchmesser von 40 Millimetern, ihre Pendants auf der Auslassseite messen 34 Millimeter. Im Unterschied zum Rennmotor ist ein wartungsfreier Ventiltrieb mit hydraulischem Ventilspielausgleich montiert.
Stufenlose Betätigung der vier oben liegenden Nockenwellen
Alle vier oben liegenden Nockenwellen verfügen über eine stufenlose und variable Verstellung im Bereich von 42 Grad. Die Verstellung der Nockenwellen auf der Ein- und Auslassseite geschieht last- und drehzahlabhängig und ermöglicht neben höchsten Leistungs- und Drehmomentwerten auch einen stabilen Leerlauf sowie vor allem geringe Abgaswerte. Je nach Drehzahl kann die Ventilüberschneidung im Sinne einer optimalen Versorgung der Brennräume mit Gemisch und einem bestmöglichen Abtransport der Abgase variiert werden. Die Steuerung der variablen Nockenwellenverstellung erfolgt elektrohydraulisch und wird vom Motorsteuergerät überwacht.
Der Mercedes SLS AMG Roadster verfügt über eine soundstarke Abgasanlage mit zwei Fächerkrümmern
Leistungsoptimierung und emotionales Sounderlebnis: So lauteten die Vorgaben bei der Entwicklung der AMG Sportabgasanlage. Fächerkrümmer mit exakt aufeinander abgestimmten Rohrlängen – auch eine Anleihe aus dem Rennsport – sorgen durch verbesserte Ladungswechsel für ein deutliches Plus an Leistung und Drehmoment. Die groß dimensionierten Rohrquerschnitte der zweiflutigen Abgasanlage bewirken eine Reduzierung des Abgasgegendrucks. Zwei relativ kleine Mittelschalldämpfer am Unterboden und ein großvolumiger, quer liegender Nachschalldämpfer im Heck unterstützen eine optimale Gewichtsverteilung.
Besonderen Wert legten die AMG Experten auf das Klangbild des Achtzylinders: In aufwendigen Versuchsreihen wurde eine Synthese aus erlebbarer Dynamik und Mercedes-typischer Langstreckentauglichkeit erreicht. Bei ihrer Arbeit legten die AMG Fachleute großen Wert darauf, störende Geräusche zu vermeiden und die angenehmen, Sportwagen-typischen Frequenzen zu betonen. Speziell bei geöffnetem Verdeck unterstreicht der Motorklang den emotionalen Charakter des SLS AMG Roadster. Gleichzeitig galt es stets, alle gesetzlichen Vorschriften – wie etwa bei der Messung des Vorbeifahrgeräuschs – zu beachten.
Den zwei in der Heckschürze integrierten Endrohrblenden entweicht ein charakteristischer Achtzylindersound, der dem Kenner eindeutig signalisiert: Hier kommt ein echter AMG. Zwei gegendruckoptimierte, direkt am Fächerkrümmer platzierte Stirnwand-Keramikkatalysatoren und zwei Metallkatalysatoren am Unterboden ermöglichen eine effektive Abgasreinigung und die Einhaltung aktueller und zukünftiger Grenzwerte wie EU 5, LEV 2 und U‑LEV. Spezifische Anforderungen des US-Marktes wie die On-Board-Diagnose II und die Lambdasonden-Diagnose erfüllt das AMG Triebwerk ebenso problemlos.
Trockensumpfschmierung für Absenkung des Schwerpunkts
Ein wesentliches Kriterium bei der technischen Konzeption des SLS AMG Roadster war die Einbauposition des Motors. Möglichst tief und weit hinten lauteten die Vorgaben, um den Fahrzeug-Schwerpunkt weit abzusenken und eine ausgeglichene Gewichtsverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse zu erzielen. Die Lösung, den Achtzylinder als Frontmittelmotor hinter der Vorderachse zu installieren und mit einem Getriebe in Transaxle-Anordnung zu kombinieren, führt zu einem sportwagentypischen Gewichtsverhältnis von 47 Prozent vorn zu 53 Prozent hinten. Die tiefe Einbaulage des V8-Triebwerks resultiert aus der Umstellung auf Trockensumpfschmierung – damit entfällt die sonst übliche Ölwanne. Die Trockensumpfschmierung des M 159 besteht aus einer Saugpumpe, einer Druckpumpe und einem externen, vor dem Motor angebrachten Öltank mit 5 Liter Volumen. Insgesamt zirkulieren im kompletten System 13,5 Liter Motoröl. Die Ölabsaugpumpe saugt das Öl direkt aus den Kurbelräumen und den Zylinderköpfen ab und fördert es mit maximal 700 Litern pro Minute in den externen Öltank. Die effiziente Absaugung des Motoröls verbessert den Wirkungsgrad des Motors weiter.
Höchste Festigkeit und optimaler Leichtbau auch beim Motor
Die acht Schmiedekolben, die insgesamt 0,5 Kilogramm leichter sind als Gusskolben, reduzieren die der oszillierenden Massen und verbessern Ansprechverhalten sowie Drehfreude. Für eine bestmögliche Kühlung der hoch belasteten Kolbenböden sind druckgesteuerte Ölspritzdüsen im Kurbelgehäuse verantwortlich. Eine weitere gezielte Gewichtsmaßnahme ist der Verzicht auf Stahleinleger zur Aufnahme der Kurbelwellenhauptlager. Das Kurbelgehäuse des M159 ist in Vollaluminiumbauweise ausgeführt und rund 4 Kilogramm leichter als das Pendant des M156. Zur weiteren Gewichtsreduzierung kommen überwiegend Aluminiumschrauben zum Einsatz. Gegenüber Stahlschrauben werden rund 0,6 Kilogramm eingespart. Das Gewicht des V8‑Motors im SLS beträgt trocken 205 kg; damit ergibt sich ein erstklassiges Leistungsgewicht von 0,36 kg/PS.
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Aktualisiert: Freitag, 23. September 2011
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