Die Mercedes G-Klasse war erst vier Jahre auf dem Markt als Ihr die größte Ehre beschert wurde, die ein Geländewagen erreichen kann. Ein Sieg bei der Mutter aller Rallyes, der Paris-Dakar Rallye. Um diesen Sieg in Erinnerung zu halten wurde nun dieses Fahrzeug repliziert, da das Original Rennfahrzeug ist leider verschollen ist.
Mit der Erstellung der „Kopie“ befasste sich der Mercedes G Experte Jörg Sand (Autor des Mercedes G-Klasse Buches), in Zusammenarbeit mit der Daimler Presseabteilung, Texaco Deutschland, Michelin und Hella entstand dann eine 100% originalgetreue Kopie des Dakar Mercedes G.
Als Ausgangsprodukt diente wie beim Original ein Mercedes 280 GE Station kurz Baujahr 1982. In der Schweiz wurde noch ein seltenes rostfreies Exemplar dieses Mercedes Youngtimer gefunden. Der Wagen war wie das Original weiß, zunächst wurde das Fahrzeug komplett ausgeräumt und lackiert. Dann folgte der Einbau der rennsportlichen Veränderungen. Das Fahrwerk und der Antriebsstrang wurden überholt und am Schluss stand die Rekonstruktion der originalen Beklebung.
Ehemalige Mitarbeiter von Daimler standen beim Umbau mit Rat und Tat zur Seite und lieferten wichtige Informationen über das Fahrzeug.
Der belgische Profirennfahrer Jacky Ickx gewann 1983 mit dem original Mercedes - Benz 280GE die 5. legendäre Paris – Dakar Rallye. Dabei vertraute er auf die Ansagen seines Navigators, dem französischen Filmstar Claude Brasseur. Das eingesetzte Fahrzeug ist im Vergleich zu den Fahrzeugen, die heute bei der Rallye Dakar eingesetzt werden, weitgehend seriennah.
Der (M 110) Sechszylinder Motor wurde im Mercedes Benz Werk Untertürkkeim auf 220 PS getunt. Dafür wurden andere Nockenwellen verbaut, der Zylinderkopf bearbeitet und die Kolben und Pleuel fein gewuchtet. Auch die Luftansaugung und der Abgaskrümmer wurden geändert, dabei fanden auch Teile des W 116 Verwendung. Unüberhörbar auch die ungedämpfte Gruppe A-Auspuffanlage. Weitere motorsportliche Änderungen wie eine spezielle Motorhaube, Türen und Kotflügel vorne aus leichtem GFK kamen ebenso zum Einsatz wie Spezialanfertigungen aus Aluminium für die Aerodynamikanbauten an Front und Heck, der Motorunterfahrschutz und die Heckklappe.
Hella Rally 3000 Zusatzscheinwerfer sorgen für Erhellung
Auf Grund der extremen Belastungen der Rallye verfügt das Fahrzeug über eine verstärkte Vorderachse. Zur Sicherheit wurden Recaro Rallye Sitze mit Schroth Motorsportsicherheitsgurten verbaut. Michelin XS spezial Sandreifen sorgten für Vortrieb in der Wüste. Außer der Frontscheibe sind alle Fenster aus extrem leichtem Plexiglas. Im Inneren des Autos befindet sich ein stabiler Überrollkäfig. Das Fahrzeug hat ein speziell abgestimmtes Fahrwerk mit Bilstein-Stoßdämpfern und Eibach-Federn.
Für gute Sicht bei den Nachtetappen wurden Hella Rally 3000 Zusatzscheinwerfer montiert. Die Schmierstoffe für das Rallyefahrzeug steuerte Hauptsponsor Texaco bei.
1983: der Mercedes G siegt bei der Paris-Dakar
Bereits 1982 belegt das Team Ickx / Brasseur in einem ähnlichen Fahrzeug den 5. Platz bei der Marathonrallye.
1983 folgte dann der Sieg nach beschwerlichen 21 Tagen und 14.000 km durch Wüste, Steppen, Gebirge und Dschungel. Es ist bis heute der größte sportliche Erfolg der Mercedes G-Klasse. Gegenwärtig treten die Werksteams in Prototypen bei der Dakarrallye an. Der Mercedes G Modell ist somit das weltweit einzige unverändert produzierte Serienfahrzeug das die Dakarrallye gewonnen hat.
Auch für Jacky Ickx blieb der Sieg mit dem Mercedes der einzige Dakarsieg, obwohl er danach mit Porsche und Peugeot mehrere Werkseinsätze bei der Wüstenrallye fuhr.
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