1953 kam der Mercedes Ponton heraus und sollte Mercedes zu einem fulminanten Comeback auf dem Automarkt verhelfen. Es dauerte nicht lange und auch die Aufbauhersteller machten sich daran, den Ponton als Ambulanz oder Leichenwagen anzubieten. Für Südafrika wurde er auch oft als Pick-up verlangt und auch ein Zivilkombi konnte geordert werden. Dieser ist sozusagen der Urahn aller Luxus-Kombis heutiger Tage bzw. der T-Modelle von Mercedes. Es war der Verdienst der Firmen Binz und Miesen solchen Fahrzeugen den Weg zu bereiten, um nur die bekanntesten zu nennen. Mercedes selbst kam erst Ende der 70er Jahre mit einem eigenen T- Modell auf 123er Basis.
GALERIE: PONTON LASTER: EIN GANZ SPEZIELLER MERCEDES PONTON 180D KOMBI
Die Binz-Aufbauten zeigten mehr Eleganz
Während Binz die Kombi-Linie mit einer eigens umgebauten Fondtüre stilistisch gut löste, hatte Miesen vermutlich aus Kostengründen die normale Fondtüre eingepasst. Dafür musste ein Blechdreieck an die C-Säule angefügt werden. Das machte die „gerade“ Fensterlinie der Kombis völlig zunichte und gibt bei Miesen-Aufbauten klare Abzüge in der Eleganznote. Es gab für solch kleine „Hersteller“ eine bewundernswerte Modellvielfalt. So hatte Binz neben dem gegenüber den zivilen Kombis etwas längeren Ambulanzfahrzeugen auch die Dachhaut etwas höher gezogen.
Bei Binz: an den Türen sollt ihr ihn erkennen!
Die reinen Nutzfahrzeuge waren mit zweiflügeligen Heckklappen ausgerüstet und so von hinten als „Commercials“ erkenntlich. Damit war eine klare Abtrennung zwischen „Nutztieren“ und eine ganz eigene Zivil-Kombi-Linie entstanden. Die Zivilkombis hatten bei Binz entweder eine große, einflügelige Hecktüre oder mit Blick nach USA eine „Station Wagon“ Heckklappe, die nach unten und oben schwenkte. Beim Zivilkombi konnte man dann noch aus drei Sitzbankvarianten hinten wählen: Einfach klappbar, zweifach klappbar (gerader Ladeboden bis zur Vordersitzbanklehne) und geteilt, zweifach klappbare, 50:50, Rücksitzbank.
Mit durchgehender Sitzbank war der Kombi für sechs Personen zugelassen
Mit durchgehender Vordersitzbank war der Wagen dann für 6 Personen zugelassen und außerdem noch multifunktionell. Selbstverständlich konnte weiterer Luxus in Form eines Faltschiebedaches als Option erstanden werden. So ein Zivilkombi kostete schon ohne Extras den Aufpreis von einem VW-Käfer! Was waren das wohl für Leute, die sich ihre gut aussehende, Wohlstand darstellende Luxuslimousine in ein immerhin „ziviles“ Nutzfahrzeug umbauen ließen? Vermutlich waren es Vertreter der eher wohlhabenden Handwerksberufe, die aus der Not eine Tugend machten und neben dem Luxus einer Limousine auch noch an den Zweckmäßigkeit eines Kombis dachten.
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