AUTO DER WOCHE
Goldstück: Mercedes 250CE (W114)
70er Strich-Acht Coupé als schmucker Cruiser
Ach, wie goldig! Obwohl er schon 31 Jahre auf dem hübsch linierten Bechbuckel hat, beeindruckt der Mercedes 250CE als flott gestylter Strahlemann. Zumal Christian Pichler seinem W114 in Gestalt der imposanten Chromfelgen noch mehr Glanz und Gloria gönnte. Ansonsten halten sich die Modifikationen in überschaubaren Grenzen. Einfach nur ein schöner Stern! Und damit goldrichtig für das "Auto der Woche!"
Wie alles begann…
Wenn Christian von seinem Mercedes zu erzählen beginnt, dann blitzen sogleich die Augen auf: „Auslöser für meine Strich-Acht-Begeisterung war vor 10 Jahren mein guter Freund Martin Gratz, der damals bei einem Mercedes Händler als Spengler tätig war. Er hatte schon im Jahr 2000 das Potential dieses Coupés entdeckt und fuhr einen 250CE in Gold, gleich wie meiner aber mit grüner Innenausstattung und ebenso mit 19-Zoll-Chromfelgen. Er verkaufte den Mercedes ein paar Jahre später, und so wurde es zunächst einmal wieder ruhig um das Thema W114.“
Der Mercedes war ein klassischer Scheunenfund
Es gibt ihn tatsächlich: den klassischen Scheunenfund. Auch Christians Benz dämmerte als „sleeping beauty“ in einer Garage, bis Christian in gleichsam wachküsste. „Meine eigene Strich-Acht-Story nahm ihren Anfang, als ich einen W114 aus der Garage eines Landmaschinenhändlers holte. Der gute Mann war bereit, den Mercedes gegen einen Oldtimer-Traktor einzutauschen! Als erstes entstaubte ich den Strich-Achter. Hernach bekam er eine gründliche Politur.“ Und mit einem Mal kam unter der angestaubten Patina der nahezu ungetrübter Glanz des Original-Lacks prachtvoll zur Geltung. Was so herrlich gülden glimmt, bezeichnete Mercedes seinerzeit übrigens als Sandbeige-Metallic.
Der W114 überzeugt mit guter Substanz
Darüber hinaus gab es in punkto Instandsetzung gar nicht so viel zu tun. „Im Großen und Ganzen verfügt der Mercedes über eine phantastische Substanz“, ergreift Christian das Wort. „Allerdings weist der Wagen hier und da sichtbare Altersspuren auf. So finden sich leichte Unterwanderungen am linken Kotflügel, und der Fahrersitz ist am Keder abgewetzt. Aber das ist für mich absolut in Ordnung und authentisch für dieses Alter.“
Handlungsbedarf im "Strich Acht" Motorraum
Wie man sieht, ist äußerlich alles picobello. Der Motor hingegen präsentiert sich – obgleich technisch perfekt gewartet – im Alltagszustand. Christian zuckt vielsagend die Achseln: „Leider ist die Motor-Optik ziemlich angestaubt. Der Grund: Mir fehlt schlicht die Zeit, um das Aggregat und den Motorraum mal ordentlich zu reinigen. Mit einer Hochdruckmotorwäsche ginge es schneller. Allerdings liefe ich dann Gefahr, dass etwas kaputt geht oder nicht mehr funktioniert. Ein solches Risiko ist mir jedoch zu groß, und für eine schonende Handwäsche fehlt – wie gesagt – leider die Zeit!“
19-Zöller bringen den Mercedes großartig ins Rollen
Nach Aufarbeitung der Karosserie knöpfte Christian sich das Räderwerk vor. Die Original-Räder samt der Zierkappen kamen runter und wurden durch 19-zöllige Autec-Felgen ersetzt, die der Österreicher mit breiten Goodyear-Reifen (215/35 und 255/30) kombiniert.
"Dass ich 19- oder 20-Zöller montiere, war mir von Anfang an klar, weil es die Linienführung und Klarheit des Strich-Acht-Designs meines Erachtens nicht stört", kommentiert der 30jährige das Update. „Ursprünglich plante ich allerdings, verchromte Speichenräder anzubringen. In meinen Augen passen die Autec-Felgen wegen ihrer Schlichtheit aber deutlich besser zum Fahrzeug. Alles wirkt stimmig und harmoniert perfekt, als wären die Teile füreinander bestimmt. Die Felgen selbst hatte ich übrigens noch vorrätig. Sie stammen von einem früheren S-Klasse-Projekt.“
Chrom lässt den Benz glänzen
Felgen mit Bling-Bling stehen einer großen Limousine wie dem Mercedes grandios zu Gesicht. Christian sieht in den großen glänzenden Rädern die folgerichtige Vollendung des Strich-Acht-Konzepts. „Als der W114/W115 frisch auf den Markt kam, war Chrom an Autos nicht selbstverständlich. Das Chrom wurde eben der Oberklasse vorbehalten. Genau aus dem Grund waren die Räder für mich die Richtigen. Viel Chrom an Karosserie und Rädern ist eine effektvolle Kombi.“
Der Mercedes hat den TÜV-Segen
„Selbstverständlich sind die Räder vom TÜV eingetragen. „Diese sind ja für die modernen Mercedes-Modelle der Klassen M und S mit 875 kg Radlast pro Felge ausgelegt“, erläutert der Mercedes-Fan. „Die Freigängigkeit ist gegeben und von den Gewichten her ist das Coupé ja ein Fliegengewicht gegen diese Fahrzeuge. Die Eintragung war für mich sehr wichtig, da mein Auto keine Gurte hat. Falls die Polizei mich wegen eines nicht angelegten Sicherheitsgurts mal angehalten hätte, wären sie sicher auf die grossen Räder aufmerksam geworden. Falls die Felgen nicht zugelassen wären, bekäme ich Probleme. Denn bei uns in Österreich sind die Herren Inspektoren ziemlich unnachsichtig in Bezug auf nichttypisierte Fahrzeuge.“
INFOS ZUM ARTIKEL
Kommentare: 2
Aktualisiert: Mittwoch, 12. Oktober 2011
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NuDirect » Hans aus Hannover (35)
Schönes Coupe, aber ich schließe mich meinem Vorredner an : Die Felgen passen nicht zu dem Fahrzeug.
Dome » Dominik aus Dortmund (25)
Bis auf die Felgen ein schickes Coupe ;-)