AUTO DER WOCHE
Aller Laster Anfang: Mercedes 450 SE in erster Hand
Immer noch in erster Hand: Mercedes 450 SE mit zeitgenössischer AMG-Verfeinerung
Wer bei Laster an die „Schweren Sterne“ denkt, liegt falsch. Gleichwohl geht es um ein automobiles Schwergewicht, nämlich um den Mercedes-Benz 450 SE. Dieser hat bei seinem Besitzer das ausgelöst, was mit „Leidenschaft“ nur unvollständig beschrieben ist.
Jede Passion hat ihren Anfang: die hier geschilderte Mercedes-Passion hat ihren Urknall in einem Unfall! Und wird dem einen oder anderen Auto-Manager an die Nieren gehen. Naja, zumindest denen aus München! Denn sie haben einen Marken-Fan verloren, der sich nun in einem anderen Stern tummelt.
GALERIE: ALLER LASTER ANFANG: MERCEDES 450 SE IN ERSTER HAND!
Der Bruder war "schuld" am Markenwechsel: Statt Nieren nun ein schöner Stern!
Der Einstieg ist gekonnt! Damit ist nicht der Anfang dieser Geschichte gemeint, sondern der Einstieg des damals 27-jährigen Ralf Weber in die Marke Mercedes-Benz.
Weber fuhr bis dato ausschließlich BMW! Doch dann ging er zu seinem Mercedes-Händler, orderte eine S-Klasse und fährt sie heute noch! Im Übrigen neben einem S55 AMG und einigen anderen interessanten Autos mit Stern.
Webers Einstieg war wie gesagt bemerkenswert: Er bat einen Automobil-Verkäufer der Mercedes-Benz Niederlassung Frankfurt um eine Probefahrt mit einem 450 SE und bestand darauf, nicht auf dem Beifahrersitz Platz nehmen zu müssen, wie das damals so üblich war, sondern selbst zu fahren: "Ich sag Ihnen was", so der vergleichsweise junge Kunde damals, "wenn der Mercedes 450 SE auf dem Anstieg bis zum Wiesbadener Kreuz 200 km/h erreicht, dann nehme ich ihn!"
Der Schilderung zufolge soll der Verkäufer eingewilligt und an der Probefahrt sogar teilgenommen haben -- und das, obwohl doch immer erzählt wurde, die Daimler seien damals "zugeteilt" worden! Nein, in diesem Fall, wollte der Verkäufer offensichtlich verkaufen, und das ist ihm auch geglückt.
Der Klang des V8 überzeugte vollauf!
"Schuld" am Markenwechsel war übrigens Ralfs Bruder, dieser hatte nämlich dessen BMW 2800 CS bei einem Unfall beschädigt und die Versicherung stellte Ralf einen roten Mercedes 280 SE der Baureihe W 116 zur Verfügung. Ein Kontrastprogramm mit Konsequenzen: "Donnerwetter,
sowas baut BMW aber nicht!", staunte Ralf Weber, der in seiner Studentenzeit so ziemlich jeden Vierzylinder-BMW der damaligen Zeit schon mal um die Kurven des Vordertaunus geworfen hatte.
"Und", so Ralf Weber heute, "ich war von der gebotenen Qualität des Mercedes begeistert. So etwas kannte ich von BMW nicht!" Und dann kommt noch der Aspekt „Motor“ ins Spiel: Irgendwann hörst du zum ersten Mal einen V8 und denkst dir: „Mann, ist das geil!“ Es kam also nur ein V8 in Betracht. Und BMW hatte damals maximal Reihen-Sechszylinder!“.
So nahm das Schicksal seinen Lauf. Der selbstständige Weber hatte gerade einen lukrativen Auftrag abgewickelt und gönnte sich als Belohnung einen Mercedes-Benz 450 SE. In milanbraun-metallic. Den er auch persönlich in Sindelfingen abholte und am 3. Juli 1978 auf seinen Namen zuließ. Dieses Datum markiert den Urknall für eine Markenbegeisterung, die sicherlich nicht ganz alltäglich ist, mit der Ralf Weber aber ganz entspannt umgehen kann.
"Ich hab jetzt einen Raum, in dem ich nur Autoliteratur, in der Hauptsache alte Mercedes-Dokumente verwahre...- herrlich!" Von seinem „Schatzkästchen“ mal gar nicht zu reden…
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Aktualisiert: Mittwoch, 17. November 2010
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