Die Modellpalette der Mercedes-Benz-Modelle ist so vielfältig wie keine andere, und was Mercedes-Benz nicht selber fertigt, übernehmen Spezialisten – oft in Kleinserien, aber auch als Sonderaufbauten wie dieser Bestattungswagen von der Bremer Firma Pollmann, der nach seinem jahrelangen Dienst den Weg in die Liebhaberhände der Norddeutschen Nina Holste gefunden hat. Mercedes-Fans.de präsentiert ihren für viele außergewöhnlichen W123 mit Pollmann-Aufbau und ihren besonderen Bezug zum Thema...
Pollmann, nicht Pullmann – die durch Stretchlimousinen bekannte Firma – heißt der Umbauer aus Bremen, der sich neben dem Bau von Pumpen auch auf Sonderaufbauten spezialisiert hat. Auf Basis eines W123 Fahrgestells mit 2.795 mm Radstand fertigten die Bremer einen Bestattungswagen-Aufbau. Serienmäßig kam der 123er nur mit dem 230er Motor, Automatik mit Lenkradschaltung, Servolenkung und Niveauregulierung.
GALERIE: „DER LETZTE WAGEN IST IMMER EIN KOMBI“ - 1980ER MERCEDES-BENZ 230 POLLMANN BESTATTUNGSWAGEN
Pollmann versah das Chassis mit dem erhöhten Leichenwagen-Dach, den großen Scheiben und kümmerte sich um den Innenraumausbau mit Mitteltrennscheibe zum Fahrerabteil. Komplettiert mit den entsprechenden Beschriftungen des Auftraggebers kostete der W123 Leichenwagen inkl. der Mehrwertsteuer von seinerzeit nur 13% satte 51.957 DM – umgerechnet rund 25.000 Euro. Das Erdmöbel wie hier auf den Bildern war – wie auch ein Radio - damals nicht in der Erstausstattung mit dabei. Nach jahrelangem Einsatz fand der Mercedes-Benz schließlich zum Glück immer noch nicht seine letzte Ruhestätte.
Leichenwagen als Traumauto
Die heutige Besitzerin Nina Holste erstand den Wagen im Mai 2010. Die heute 31-Jährige verwirklichte nach den üblichen Anfangsautos („„das Leben ist zu kurz für kleine hässliche Autos“) 2006 Ihren Traum von einem eigenen „Erdmöbeltransporter“, einem Mercedes 220/8 von 1970 mit Pollmann-Aufbau. Viele werden sich jetzt fragen, wieso so ein Traumwagen einer jungen Frau aussieht, die Erklärung liefert Nina gleich mit: „Ich bin gelernte Medizinisch-Technische-Laborassistentin (MTLA) mit Zusatzausbildung als Sektions- und Präparations-Assistentin und arbeite derzeit in der Pathologie eines Krankenhauses. Der Tod als solches ist mir also täglich allgegenwärtiger als anderen, was ihn aber auch so 'gewöhnlich' macht, wenn man es so ausdrücken will.“
[Kommentar schreiben] Kommentare
Mercedes-Fans.de » Redaktion aus Essen (41)
Man kann sich aber immer ohne Probleme mal fürn Nickerchen zur Ruhe betten! :-)
Dome » Dominik aus Dortmund (24)
Respekt vor der Arbeit, das ist nichts für Jedermann mal ganz abgesehen von der Ausbildung die dazu gehört.
Ich finde es sehr mutig so ein Auto als Alltagswagen zu fahren, alleine die Vorstellung was damit transportiert wurde wäre für mich wohl zu viel ;-)